Nawalny vor Protestbeginn in Moskau festgenommen

Der Oppositionelle bei einem Gerichtstermin im März. Quelle dpa

Moskau. Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist am Montag in Moskau von den Behörden festgenommen worden. "Sie haben Alexej im Hauseingang festgenommen", schrieb seine Frau Julia in Moskau am Montag bei Twitter.

Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch teilte mit, im Büro ihrer Stiftung sei der Strom abgeschaltet worden. "Ich soll euch sagen, dass sich die Pläne nicht ändern", schrieb sie. Nawalnys Anwalt sagte, seinem Mandanten drohe eine 30-tägige Haftstrafe wegen des Verstoßes gegen Versammlungsauflagen.

Im sibirischen Nowosibirsk demonstrierten nach Angaben örtlicher Medien rund 3000 Menschen, in Tomsk kamen 1000 Menschen zusammen, weitere Demonstrationen gab es in zahlreichen anderen Städten. Wie viele Menschen Nawalnys Aufruf gefolgt waren, war zunächst unklar.

Das Bürgerrechtsportal OWD-Info bezifferte die Zahl der Festgenommenen in Moskau auf über 700, in Sankt Petersburg sogar auf über 900. Auch in Provinzstädten wie Wladiwostok, Norilsk, Kaliningrad und Sotschi gab es demnach Festnahmen.

Der Kritiker von Präsident Wladimir Putin hatte zu Demonstrationen in rund 200 Städten aufgerufen. Nawalny wollte aber ins Zentrum: vom Puschkin Platz auf der Twerskaja-Straße bis zum Kreml. Man werde stattdessen auf eine Straße, die etwas weiter vom Kreml entfernt ist, ausweichen, hatte Nawalny daraufhin verlautbaren lassen. Hier hatten die Behörden gestern zum "Tag Russlands" ein historisches Festival organisiert: "Russlands Siege".

Nawalny hatte zu landesweiten Protesten gegen Korruption in Russland aufgerufen. Zudem beobachtete ein Reuters-Reporter, wie eine Gruppe von Nawalny-Unterstützern an einer Moskauer Metro-Station festgenommen wurde, die auf dem Weg zu der Demonstration war.

Nawalny erklärte, er habe keine Firma gefunden, die eine Bühne und Lautsprecher für die Kundgebung aufbaut.

In der Nähe des Kreml drängten Bereitschaftspolizisten die Demonstranten zurück.

Die Stadtverwaltung sprach von einer "Provokation". Tausende Moskauer quälten sich im Gänsemarsch an der Polizei vorbei. "Jegliche provokative Aktion der Demonstranten" werde als eine "Bedrohung für die öffentliche Ordnung angesehen und sofort beendet".

In Moskau begann die Polizei laut Tass damit, Protestierende in der Twerskaja-Straße festzunehmen. In Kasan erlaubte die Staatsmacht die Veranstaltung, Polizisten führten den Organisator und einen Redner aber trotzdem ab. Nawalny hatte ihm in einem Online-Video Korruption vorgeworfen: Medwedew kontrolliere ein Milliardenvermögen durch ein Netzwerk an Stiftungen.

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