Ermittler finden Video mit IS-Treueeid von Pariser Angreifer

Polizist schießt bei Notre Dame auf Angreifer

Fast 1.000 Menschen wurden aus Sicherheitsgründen zeitweise im Gotteshaus festgehalten.

Die Besucher seien von den Polizisten aufgefordert worden, ihre Hände in die Luft zu strecken.

Der Mann habe vor der Kathedrale Notre Dame drei Polizisten bedroht und mit einem Hammer auf einen von ihnen eingeschlagen, teilte Innenminister Gerard Collomb mit. Der attackierte Polizist erlitt zum Glück keine schlimmen Verletzungen, hieß es. Der mutmaßliche Täter habe in einem Video, das bei einer Razzia gefunden worden sei, einen Eid auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geleistet, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Sie konnten die Kirche später nach und nach verlassen und wurden dabei von Polizisten durchsucht. Bei der Tat schrie der Mann "Das ist für Syrien!" und bezeichnete sich als "Soldaten des Kalifats" - diesen Begriff benutzt der IS für sein Herrschaftsgebiet. Der Mann wurde Polizeiangaben zufolge in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und geht einem Terror-Verdacht nach.

Die Polizei sperrte nach dem Vorfall den Bereich um die Kathedrale weiträumig ab; zahlreiche schwerbewaffnete Beamte waren im Einsatz.

Der bei Touristen beliebte Platz vor Notre-Dame wurde evakuiert, ein Großeinsatz der Polizei war binnen kürzester Zeit im Gange, wie auch auf Aufnahmen von Augenzeugen zu sehen ist. Collomb sagte weiter, der Täter sei nach eigenen Angaben ein Student aus Algerien. Nach Angaben von Journalisten hatten zuvor zwei Explosionen auf dem Vorplatz der Kathedrale Panik unter den Besuchern ausgelöst.

In Frankreich gilt weiterhin der Ausnahmezustand, die Sicherheitsvorkehrungen sind massiv erhöht. An die Spitze der DGSI soll der derzeitige Polizeipräfekt des südfranzösischen Départements Bouches-du-Rhône, Laurent Nunez, rücken. Der Angreifer habe neben dem Hammer zudem noch Küchenmesser bei sich geführt, fügte Collomb hinzu. Ein weiterer Polizist habe daraufhin zur Waffe gegriffen. Erst Mitte April wurde ein Polizist auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées von einem Gewalttäter erschossen.

Frankreich wird seit rund zweieinhalb Jahren von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert, knapp 240 Menschen wurden bei Anschlägen ermordet. Neben der geplanten Verlängerung des Ausnahmezustandes im Land bis Anfang November dürfte auch der Angriff vor der Kirche zur Sprache kommen.

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