Air Berlin hält an NIKI-Verkaufsplänen fest

Flugzeuge der Air Berlin auf dem Flughafen in Düsseldorf

Bemühungen um eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft der Tochter Niki mit Tui waren gescheitert. Das Unternehmen wird gerade überstürzt umgebaut, dadurch hat es sich selbst in Turbulenzen gebracht, wegen Personalmangels müssen immer wieder Flüge gestrichen werden.

Laut Insidern bleibt eine Insolvenz eine Alternative: In der Branche kursiert die Vermutung, dass die Zahlungsunfähigkeit bewusst herbeigeführt werden könnte.

Niki werde als eigenständige Einheit Kurz- und Mittelstreckenflüge zu Urlaubzielen anbieten, sagte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Ohne dieses Geld wäre das Berliner Unternehmen längst pleite. Infolgedessen stellte die Airline einen Antrag auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags an die Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Aus Berlin kommen aufgeschlossenere Reaktionen auf die Voranfrage der Airline nach Staatsgarantien für weitere Kredite. Im ersten Quartal verlor das Unternehmen täglich drei Millionen Euro, das Minus zwischen Januar und März betrug 782 Millionen Euro. Zudem belasten Schulden von inzwischen mehr als einer Milliarde Euro die Airline schwer. Deutlich wurde das am Donnerstagmorgen, als die Nachrichtenagentur dpa aus einem internen Schreiben an die Mitarbeiter von Tui berichtete: "Etihad strebt offenbar eine Perspektive für das Gesamtunternehmen Air Berlin/Niki an und will Niki nicht länger aus der Air Berlin herauslösen; das ist eine andere Grundlage als das, was Etihad und seine Gesellschafter im Dezember 2016 mit uns vereinbart haben". Die Unsicherheit, wie es weitergeht, ist jetzt aber jedenfalls wieder gestiegen. Nach Angaben der Ministeriumssprecherin muss Air Berlin nun alle Unterlagen einreichen, dann beginne das Verfahren. Zuletzt hatte Air Berlin betont, die Partnerschaft mit der Lufthansa vertiefen zu wollen. Am Donnerstag bestätigte ein Sprecher, dass die Fluggesellschaft bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages gestellt habe. "Die Lufthansa steht schon in den Startlöchern".

Die Transaktion sollte der zweitgrößten deutschen Airline auch finanziell kurzfristig wieder einmal aus der Patsche helfen: Ein Teil von Niki wurde schon zum Jahreswechsel für 300 Mio. Dies sei nur bei einem geregelten Betriebsübergang gewährleistet, der möglicherweise umgangen werden solle: "Wir wollen verhindern, dass sich unsere Leute bei einer neu gegründeten Gesellschaft neu bewerben müssen", sagte Schlosser. Keine Airline bietet mehr Langstreckenflüge ab der NRW-Landeshauptstadt an als Air Berlin - Lufthansa scheint bereit, beispielsweise eine Reihe an Direktflügen in die USA zumindest für einige Jahre zu übernehmen. In dem Konzern glaubt man jedoch, dass die Gespräche wieder an Fahrt gewinnen werden, sobald Etihad sein Management für die Führung der europäischen Engagements geordnet hat. Die Beschäftigten müssten auch ihre Tarifbindung behalten.

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