Bob Dylan wegen Nobel-Vorlesung unter Plagiatsverdacht

Bob Dylan im Weißen Haus in Washington DC

Die amerikanische Autorin Andrea Pitzer will erkannt haben, dass Dylan sich in seiner offiziellen Nobelpreis-Vorlesung (eine Pflichtveranstaltung für alle Gewinner, zumindest wenn sie das Preisgeld wollen) aus einer Interpretationshilfe für Schüler bedient haben soll.

Wie nun eine Redakteurin des Magazins Slate herausfand, dürfte der Literaturnobelpreisträger sich beim Schreiben der Vorlesung Hilfe geholt haben - und zwar bei der Website SparkNotes.com, die in den USA eine beliebte Stütze für Schüler-Referate und Ähnliches darstellt. So sollen mindestens 20 Passagen in Dylans Ausführungen über den Roman "Moby Dick" von Herman Melville Passagen auf dieser Website ähneln.

Dylan hatte seine Rede nicht in Stockholm gehalten, sondern sie acht Monate nach seiner Kür zum Nobelpreisträger der Schwedischen Akademie in schriftlicher Version und als Tonaufnahme zugeschickt.

Bob Dylan gewann vergangenes Jahr den Nobelpreis für Literatur.

Der Vortrag dreht sich um das Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur.

Als literarischen Werke, die ihn inspirierten, nannte Dylan neben "Moby Dick" auch Homers "Odyssee" und das Kriegsdrama "Im Westen nichts Neues" des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque. Laut Pitzer stammt dieses Zitat nicht aus dem Roman, wohl aber sei die Formulierung von "SparkNotes" benutzt worden.

Aufmerksam sei die Journalistin darauf geworden, als sie eine von Dylan in seiner Rede zitierte Stelle in ‚Moby Dick' nicht finden konnte - auf ‚SparkNotes' hingegen schon. Reggae? Nicht wenige von euch sehen darin einen Widerspruch in sich.

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