BVB schmeißt Thomas Tuchel raus: "Zum Wohle des Vereins"

Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel

Schließlich steht Tuchel bis 2018 unter Vertrag. Geschäftsführer Watzke wollte sich in Berlin nicht zu Tuchels Zukunft äussern. In der rechten Hand hält er den Schlüssel, links einen Zettel. Der 43-Jährige schien in den vergangenen Wochen auch eine gewisse Lust daran zu entwickeln, mit wohl gesetzten Nadelstichen den Konflikt bloß nicht erlahmen zu lassen. Möglicherweise konnte Thomas Tuchel nie einen solchen Draht zu allen Ebenen im Verein aufbauen und geriet in einen Autoritätskonflikt. Tuchel verzichtete auf eine detaillierte Analyse. Letzlich kann man sagen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Vereinsführung sowie den Spielern stärker gestört war als bisher bekannt.

Und witzelte zum BILD-Reporter: "Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn Sie nicht hier gewesen wären". Tuchel verlässt den BVB als Pokalsieger, er führte die Mannschaft direkt in die Champions League, sein Punkteschnitt (2,12 inklusive DFB-Pokal/Europapokal) ist der beste der Vereinsgeschichte. "Die Leistung war ein einziges Defizit". Besonders war das auch deshalb, weil Tuchel sich zur Verkündung dieser Botschaft erst zwei Stunden zuvor einen Account zugelegt hatte.

Der BVB verliert in Darmstadt.

Am Tage des wichtigen Bundesligaspiels gegen Hoffenheim erscheint in der "WAZ" ein Interview mit Watzke, in dem er einen Dissens mit Tuchel über die Neuansetzung der Partie gegen Monaco bestätigt. Tuchel reagiert: "Ein zu großes Thema".

Der Trainingsstart in Nizza sei bereits am 19. Juni, bis zur Qualifikation für die Champions League Ende Juli (25./26.) sei die Zeit zu kurz, um einen adäquaten Ersatz für den Schweizer Fußballlehrer zu finden. Dem Hotel, vor dem der Bomben-Anschlag auf den Team-Bus am 11. April stattfand. "Freue mich, dabei zu sein! TT". Tuchel selbst, bisher nicht als Digital-Kommunikator aufgefallen, schrieb bei Twitter: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht", schrieb Tuchel.

Schon seit Längerem stand nicht mehr die gesamte Mannschaft hinter Tuchel. Mislintat genießt in der Szene einen exzellenten Ruf, gilt als enger Vertrauter von BVB-Sportdirektor Michael Zorc und war maßgeblich an der erfolgreichen Transferpolitik des Revierclubs in den vergangenen Jahren beteiligt.

Thomas Tuchel machte die Trennung via Twitter öffentlich - also noch vor dem Verein.

Soll Thomas Tuchel Trainer von Borussia Dortmund bleiben?

Watzke selber wandte sich in einem offenen Brief an die Fans: "Wir haben in der gegenwärtigen personellen Konstellation leider keine Grundlage mehr für eine auf Vertrauen ausgelegte und perspektivisch erfolgreiche Zusammenarbeit gesehen". "Es geht um Verlässlichkeit und Loyalität", meint Watzke.

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