Deutschlands Muslime streiten über Anti-Terror-Kundgebung

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Doch während der Zentralrat sich für die Demo ausspricht, wird Deutschlands größter Islam-Verband Ditib fernbleiben. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat und andere Extremisten wollten "mit ihren Morden die Spaltung der Gesellschaft", sagte der Zentralratsvorsitzende und derzeitige Sprecher des Dachverbandes Koordinationsrat der Muslime, Aiman Mazyek, der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Donnerstag. "Öffentlich wirksame Aktionen begrüßen wir, lehnen jedoch die Art und Weise, wie dieser angekündigte Marsch organisiert wurde, ab", heißt es in der Erklärung. Zudem sei fastenden Muslimen nicht zumutbar, "stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25 Grad zu marschieren und demonstrieren".

Nach der Weigerung des Moscheenverbandes Ditib sowie des Islamrates, an der für Samstag in Köln geplanten Kundgebung gegen islamistischen Terror teilzunehmen, gibt es parteiübergreifend Kritik. Öffentliche Demonstrationen seien dafür ein probates Mittel. Ditib und der Islamrat hätten gemeinsam mit vielen anderen Muslimen, Christen, Juden und Konfessionslosen in Deutschland ein Zeichen gegen Terror und Hass und für Weltoffenheit und Toleranz setzen können.

Zugleich übt der Moscheeverband grundsätzliche Kritik: Forderungen nach "muslimischen" Anti-Terror-Demos griffen zu kurz, stigmatisierten die Muslime und verengten den Terrorismus auf sie: "Das ist der falsche Weg und das falsche Zeichen, denn diese Form der Schuldzuweisung spaltet die Gesellschaft".

Unter dem Motto "Nicht mit uns" wollen am Samstag in Köln Muslime mit Unterstützung zahlreicher Verbände und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gegen islamistischen Terror und Gewalt demonstrieren.

Der Zentralrat der Muslime stellte sich ausdrücklich hinter die Demonstration. Deshalb werde sich der Zentralrat auch an den Friedensmärschen in Köln und eine Woche später in Berlin beteiligen.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärte, Ditib habe sich "als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet".

Grünen-Politiker Beck erklärte, dass kein Muslim in Deutschland zu der Friedensdemonstration in Köln gehen müsse. Der Verband werde "immer mehr zum Problembären der islamischen Verbändelandschaft". Zu dem Friedensmarsch werden zehntausend Teilnehmer erwartet, Initiatoren sind die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der muslimische Friedensaktivist Tarek Mohamad. Dazu seien "die Ditib-Strukturen nicht in der Lage". "Wer mit unserer Gesellschaft nichts zu tun oder ihr nichts zu sagen hat, kann einfach zu Hause bleiben", betonte er.

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