Digitale Schülerdatei Hier ist Ärger programmiert

Digitale Schülerdatei Hier ist Ärger programmiert

Jeder Schüler wird künftig digital erfasst. Die Leiterin der Grundschule am Koppenplatz in Mitte hat sich schon vor Jahren auf den Weg zu einer papierfreien Schule gemacht.

Der entscheidende Unterschied: Jeder Schüler bekommt eine Identifikationsnummer, sodass weder Doppelanmeldungen möglich sind noch ein "Verschwinden" vor Ablauf der Schulpflicht. Durch den zentralen Serverbetrieb seien die Daten im ITDZ Berlin in einem Netzwerksegment "mit höchster Sicherheitsstufe" angesiedelt. Die Datenschützer sind dagegen.

Angesichts der Vorgeschichte ist es in der Tat bemerkenswert, dass die Lehrer- und Schülerdatei überhaupt noch ans Laufen gebracht werden konnte. Doch erwies sich ein dezentrales Modell, bei dem jede Schule mit Servern ausgestattet werden sollte, als zu teuer, zu störanfällig, und zu aufwändig in der Handhabung. Einen ersten Anlauf, die Schulen ins Digitalzeitalter zu überführen, hatte bereits Jürgen Zöllner (SPD), bis 2011 Schulsenator, angestrengt. Tatsache ist, dass laut Hauptausschuss schon 2015 rund 38 Millionen Euro in das Projekt "egovernment@school" geflossen waren, ohne dass die Schülerdatenbank auch nur ansatzweise existierte. Über 500 dieser Datacenterboxen wurden tatsächlich ausgeliefert. Die nötigen Belüftungsanlagen mussten bis aufs Dach durchgezogen werden. Viele Schulen waren mit der Verwaltung ihrer Mini-Server heillos überfordert. Das möge langweilig klingen, sagt Rackles. Das dezentrale Konzept sei im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und Betriebsbereitschaft zu komplex gewesen, hieß es. Aufwendige Administration der IT vor Ort wird von nun an durch das ITDZ zentral übernommen - wie zum Beispiel die Installation von Updates. Die Kassenprüfer vom Landesrechnungshof stellten fest, dass mindestens 16 Millionen Euro verschwendet wurden. Allerlei Entdeckungen machten die Experten vom ITDZ, als sie die Daten von den alten Festplatten der Schulen erhielten.

Staatssekretär Rackles mit Schulleiterin Thiele. Zudem meldet die Berliner Datenschützerin Bedenken an. Diese dürften maximal zwei Schuljahre aufbewahrt werden, ließ die Datenschutzbeauftragte mitteilen. Der Grund: Gemeinsam mit Schulleiterin Angela Thiele startete er die digitale Lehrer- und Schülerdatenbank. "Gerade die Oberstufenzentren bieten verschiedene Bildungsabschlüsse an, sind ein sehr komplexes System", erklärt Hansen. Die Vorteile sind vielseitig: Durch die zentrale Lösung arbeiten alle Schulen zukünftig mit der gleichen Softwareversion. Bei einem Schulwechsel müssen die Daten nicht mehr neu eingetragen werden. Schulleiter und Sekretärinnen werden endlich entlastet.

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