Experte: Gewaltprävention in der Pflege kaum beachtet bei Qualitätsbewertung

Experte: Gewaltprävention in der Pflege kaum beachtet bei Qualitätsbewertung

In vielen deutschen Pflegeheimen müssen die Bewohner Übergriffe des Personals erdulden.

Gewalt in der Pflege ist ein brisantes Thema. Pflegebedürftige, die sich oft schlecht wehren oder nur schwer mitteilen können, sind besonders verletzlich.

Bei der Bewertung von Pflegequalität wird Gewaltprävention nach Einschätzung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) noch viel zu wenig.

. "Gewaltprävention ist Grundvoraussetzung für gute Pflege".

Er appellierte zugleich an die Politik, das Thema Gewaltvorbeugung zu einem "zentralen Punkt der pflegepolitischen Agenda nach der Bundestagswahl" zu machen. Um neue Anhaltspunkte zur Bedeutung des Themas in der professionellen Pflege zu gewinnen, hat das ZQP Profis in stationären Einrichtungen befragt. 47 Prozent der Pflegedienstleitungen und Qualitätsbeauftragten gaben dabei an, dass sie "Konflikte, Aggression und Gewalt in der Pflege" für ein Thema halten, das die stationären Pflegeeinrichtungen vor ganz besondere Herausforderungen stellt. Auch körperliche Gewalt (oft: ein Prozent, gelegentlich: sieben Prozent, selten: 38 Prozent) und freiheitsentziehende Maßnahmen gegen den Willen des Pflegebedürftigen (oft: vier Prozent, gelegentlich: fünf Prozent, selten: 25 Prozent) wurden registriert.

Er wies darauf hin, dass das ZQP mit der Befragung in Kauf genommen habe, dass die Untersuchung das Problem "sehr wahrscheinlich unterschätzt". Die Ergebnisse verdeutlichen deswegen aber umso mehr, dass Gewalt in der Pflege nicht ignoriert werden darf.

Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht der Skandalisierung. "Wer Gewaltprävention ernst nimmt, muss auf die Entstehungsbedingungen wie Überforderung oder Wissensdefizite aktiv Einfluss nehmen", mahnte Suhr.

Die Studie schaut auch auf die Rahmenbedingungen zur Gewaltprävention in den Einrichtungen. Immerhin gaben 2 Prozent häufige verbale Übergriffe an, 23 Prozent sprachen von gelegentlichen verbalen Übergriffen, 55 Prozent sehen solche Gewalt eher selten. Zehn Prozent berichteten von freiheitsentziehenden Maßnahmen wie Fixierungen. In 20 Prozent der Einrichtungen ist das Thema nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements. Vorsitzende der DAlzG. Sie kritisierte fehlende Zuständigkeiten und verbindliche Ansprechpartner für Hausärzte, Pflegedienste und Privatpersonen, die Anzeichen von Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen beobachteten.

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