Saudi-Arabien: Katar muss Hilfe für Hamas und Muslimbrüder stoppen

Saudi-Arabien: Katar muss Hilfe für Hamas und Muslimbrüder stoppen

Gerade als viele Beobachter wohl glaubten, viel schlimmer könne es die Region nicht treffen, bahnt sich eine neue Stufe des Chaos an.

Im Emirat Katar herrscht der Ausnahmezustand. Der Löwenanteil floss damit quasi direkt an die Islamische Republik, und dass ausgerechnet zu einer Zeit, als Saudi-Arabien zum großen Showdown gegen den schiitischen Erzrivalen blies.

Es ist passiert! Die arabischen Länder spalten sich weiter in zwei Lager: Ägypten, Saudi-Arabien, die vereinigten arabischen Emirate und Bahrain beenden ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar.

Das Dokument zeige, dass Katar "einerseits ankündigt, Terrorismus zu bekämpfen und andererseits verschiedene Terrororganisationen unterstützt und beherbergt", teilten die Regierung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain gestern mit. Zwar kann niemand die Finanzströme des internationalen Terrors genau nachvollziehen.

► Die Entscheidung kommt kurz nach Trumps Besuch im saudi-arabischen Riad.

Die politische Analytikerin Maria Sultan deutete wiederum an, dass hier und jetzt die Rolle der USA in der Region und die regionalen Prioritäten auf dieser Basis tatsächlich kontextualisiert und umkontextualisiert würden.

Washington/Doha. In der diplomatischen Krise um den Golfstaat Katar legte die Regierung von US-Präsident Trump einen überraschenden Schwenk hin. Doch Saudi-Arabien wird selber verdächtigt, terroristische Organisationen wie den IS finanziert zu haben. Ergebnis: In keinem Land ist die Zustimmung für den Islamischen Staat so groß wie in Katar. Doch die Verkettung von Ereignissen ist durchaus brisant. Zugleich lobte er die Zurückhaltung Katar, das keine Gegenmaßnahmen ergriffen habe.

Für Irritationen bei den Katarern dürfte aber ein Tweet Trumps von gestern sorgen: Der Gipfel mit arabischen Staats- und Regierungschefs zahle sich aus, erklärte er. Sie müssen nun Umwege über Iran oder die Türkei fliegen. Denn: Von den übrigen Nachbarstaaten ist das Land isoliert. Und viel hängt davon ab, wie die USA und andere westliche Staaten darauf reagieren. Eine Beleidigung für die stolzen Saudis: Iran ist ihr Erzfeind und langjähriger Widersacher im Kampf um die Vorherrschaft in der Region. Genauso wenig sind die Katarer plötzlich die Bösen. Saudi-Arabien blockierte alle Land-, Luft- und Seeverbindungen mit Katar und auch die VAE schlossen alle Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge Katars. Über 10'000 Soldaten sind auf der Luftwaffenbasis al-Udeid stationiert. Ob der US-Präsident das wusste?

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warf Saudi-Arabien eine "Trumpisierung" des Konflikts vor.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus einer Art Gebrauchsanweisung für Katar: Das Außenwirtschaftszentrum Bayern hat auf 58 Seiten Tipps zum Geschäftemachen mit dem Mini-Land auf der Arabischen Halbinsel gesammelt. In einem kalten Krieg, der im Jemen und Syrien bereits heiß geworden ist, aber im Vergleich zu seinem ganzen zerstörerischen Potenzial noch auf niedriger Flamme köchelt.

Seit Montag steht Katar im Zentrum einer massiven diplomatischen Krise im Nahen Osten. Katars Staatsfonds hält etwa Anteile am Volkswagen-Konzern (17 Prozent) und der Deutschen Bank (6 Prozent).

Die im Gazastreifen herrschende Hamas reagierte entrüstet auf die saudische Forderung. Doch wer weiß schon, was der US-Präsident morgen twittert. Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani war erst 33, als er im Juni 2013 die Führung des Golfstaates antrat. "Damage done", sagt der Amerikaner.

Ob das helfen wird, ist fraglich.

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