Schäuble rechnet weiter mit Einigung zu Griechenland-Hilfen

Ein Mann trägt einen Koffer vor einem Hintergrund von Banknoten

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht weiter von einem Kompromiss über die Griechenland-Hilfen aus.

Lagarde hatte vergangene Woche vorgeschlagen, dass sich der IWF an dem Hilfsprogramm beteiligt, weil die Regierung in Athen wie gefordert Reformen vorantreibt. "Griechenland wird zum Opferlamm", sagte er. Schäuble müsse seinen Widerstand aufgeben. Deswegen dürfe sich der deutsche Minister nun nicht gegen Schuldenerleichterungen stellen. "Wir sind von einer Lösung noch weit entfernt", zitierte die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA einen hochrangigen griechischen Regierungsfunktionär. Die Euro-Finanzminister beraten am Nachmittag in Luxemburg. Beim letzten Treffen der Eurogruppe im Mai scheiterte eine Einigung an der Forderung Athens, gleichzeitig Schuldenerleichterungen zuzusagen. Eine Kursänderung sei mehr als überfällig, sagte Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter. Bisher wollten die Euro-Länder - allen voran Deutschland - erst nach Abschluss des dritten Rettungspaketes mögliche Schuldenerleichterungen angehen. Die vom Internationalen Währungsfonds geforderten Erleichterungen zu verschleppen, triebe "einen Spalt durch das gemeinsame Europa, das dringender gebraucht wird als je zuvor". Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verhalte sich "schizophren", wenn er den IWF an Bord halte wolle, aber eine Senkung der Schuldenlast ablehne. Seine Hoffnung ist, das so die unterschiedlichen Einschätzungen der Gläubiger - Deutschland und die Europartner, auf der einen, der IWF auf der anderen Seite - zueinander gebracht werden können, wie Tsipras bei einer Sitzung seines Kabinetts am Dienstag sagte.

Der IWF beteiligt sich bisher nicht am dritten Rettungspaket, das bis zu 86 Milliarden Euro umfasst und bis zum Sommer 2018 läuft.

Griechenland benötigt im Juli rund sieben Milliarden Euro, um alte Schulden zu begleichen.

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