Strafprozess gegen Bill Cosby: Jury berät weiter

TV-Altstar Bill Cosby hat auf eine Aussage vor Gericht verzichtet

Die zwölf Geschworenen konnten sich wieder nicht auf ein Ergebnis einigen.

Nach den Plädoyers trat die Jury zu ihren Beratungen zusammen. Begleitet wurde er am Montag von seiner Frau Camille, die sich bisher kaum zu den Dutzenden Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihren Mann aus mehr als 50 Jahren Ehe geäußert hat.

Vor Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo Cosby lebt, hat Constand nun ihr Schweigen gebrochen und den Entertainer direkt mit den Vorwürfen konfrontiert. Die Aussagen von Klägerin Constand, einer früheren Star-Basketballspielerin, seien lückenhaft und widersprächen sich häufig, führt Anwalt Brian McMonagle an. Er entging damit einem Kreuzverhör, verzichtete aber auch auf die Chance, der Jury selbst seine Sicht der Dinge vorzutragen und sie möglicherweise so für sich einzunehmen.

Die Anklage betonte in ihrem Schlussplädoyer, auch eine "raffinierte Verteidigung" könne Cosby nicht vor seinen eigenen Worten bewahren - nämlich sein Eingeständnis, Constand betatscht zu haben, nachdem er ihr Tabletten verabreicht hatte. Constand hatte anfangs abweichende Angaben zum Datum des angeblichen Übergriffs und zu den voraus- und nachfolgenden Ereignissen gemacht. Das Hauptargument der Verteidigung lautet, dass Cosby zwar sexuellen Kontakt mit der damaligen Universitätsmitarbeiterin hatte, dieser aber einvernehmlich gewesen sei.

Insgesamt nahm sich die Verteidigung nicht viel Zeit, um ihre Argumente darzulegen. Er wurde jedoch nur wenige Minuten lang befragt.

Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen über die gesamte vergangene Woche hinweg Zeugen aufgerufen, darunter Constand selbst, deren Mutter und eine weitere Frau, die Cosby Missbrauch vorwirft. Am Montag saß erstmals auch Cosbys Ehefrau Camille unter den Zuschauern im Gerichtssaal, das Paar ist seit 53 Jahren verheiratet.

In vergangenen Tagen war Cosby bereits mit ehemaligen Schauspieler-Kollegen und anderen Weggefährten seiner Karriere am Gericht erschienen. Dem 79-jährigen Cosby drohen bei einem Schuldspruch bis zu 30 Jahre Haft sowie eine hohe Geldstrafe. Da die meisten Anschuldigungen aber verjährt sind, beschränkt sich der Strafprozess in Norristown auf einen einzigen Fall.

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