Trump hat gelogen — FBI-Chef

Untersucht die Rolle des US-Präsidenten in der Russland-Affäre US-Sonderermittler Robert Mueller

► Und: Trumps Anwalt Trump will sich einem Insider zufolge beim Justizministerium über die Enthüllung von Gesprächen durch den früheren FBI-Chef James Comey beschweren.

Auf diesen Teil von Comeys Aussage hob der Präsident nun offensichtlich ab.

Bei Fox dominieren Fans von Trump die Zuschauer, oftmals wurden dort Kurzzeilen zugunsten des Präsidenten oberhalb des Live-Streams präsentiert: "Comey: Nicht an mir zu sagen, ob Trump (die Justiz) behinderte", "Comey: Niemand hat mich gebeten, die Russland-Ermittlung zu stoppen".

"Lügen, schlicht und einfach", sagt Comey, nachdem er seinen Eid vor dem Ausschuss geschworen hat.

In der Russland-Affäre haben sich Donald Trump und der frühere FBI-Chef James Comey gegenseitig der Lüge bezichtigt.

Comey wiederum fand seine Kündigung ungerecht.

Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses schickte eine Anfrage an das Weiße Haus.

Schon am Tag nach der detailreichen Comey-Aussage steht für die Unterstützer des US-Präsidenten fest: Trump ist entlastet. Trump und Comey bezichtigen sich gegenseitig der Lüge. Einmal mehr bestätigt sich damit ein Bonmot, das dem legendären republikanische Senator Howard Baker zugeschrieben wird: Meist sei es nicht das eigentliche Ereignis, das Probleme bereite, sondern die Versuche, dieses Ereignis unter den Teppich zu kehren.

An dieser Stelle werden Trumps Aussagen missverständlich. "Ich kenne den Mann kaum". "Zu 100 Prozent", sagte der Präsident. Seine Einwände kommen aber einer Aufforderung an den Sonderermittler Robert Mueller gleich, Klarheit zu schaffen. Er untermauerte Vorwürfe einer Einflussnahme des Präsidenten auf die Ermittlungen des FBI.

Das Trump-Lager bezieht die Gegenposition. Dieser hatte am Donnerstag unter Eid ausgesagt.

Washington.Nach der Aussage des früheren FBI-Direktors James Comey rückt Justizminister Jeff Sessions in der Russland-Affäre in den Fokus. Dagegen hatte Comey vor dem Senat mit Nachdruck erklärt, er habe "keinen Zweifel", dass es bei der Wahl russische Manipulationsversuche gegeben habe und dass Moskau erneut versuchen werde, die amerikanische Demokratie zu attackieren. Ziel des Ausschusses ist es, die möglichen Dokumente bis zum 23. Juni ausgehändigt zu bekommen. Ebenfalls wurde ein Brief an Comey mit der Bitte um die Weitergabe aller wichtigen Dokumente verschickt.

Comeys Anhörung am Donnerstag drehte sich um die Russland-Affäre, die Rolle Trumps und die Umstände seiner Entlassung. Die Bundespolizei sollte herausfinden, ob Russland Einfluss auf den Präsidentenwahlkampf 2016 nahm.

Beobachter sind der Auffassung, dass die Aussage Comeys Trump zwar schwer belastet. Das schrieb Trump am Morgen auf Twitter in einer ersten direkten Reaktion auf Comeys Auftritt. "Wenn man den US-Präsidenten für fünf Stunden vor den unabhängigen Sonderermittler setzt, das wäre ein Desaster für Donald Trump". Der Präsident soll während der folgenden Unterhaltung gesagt haben, dass er hoffe, Comey könne die Untersuchung gegen den Nationalen Sicherheitsberater Flynn "sein lassen". Die Senatsanhörung habe vielmehr ergeben, dass gegen Trump wegen geheimer Absprachen oder Behinderung nicht ermittelt werde. Trumps Anwalt geht in die Offensive und auch der US-Präsident selbst twittert eine ganz andere Sicht. Von Sacha Batthyany mehr. Mehrere Demokraten sprachen dagegen von einem Verhaltensmuster Trumps, das auf eine Behinderung der Justiz hinweise. "Comey: Trump log über Gründe der Entlassung", titelte MSNBC. Und Kasowitz geht noch weiter: Die Ermittlungsbehörden sollten sich nun auch Comey vornehmen, da dieser vertrauliche Informationen an die Presse weitergegeben habe.

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