Weiter kein Urteil im Prozess gegen Bill Cosby

Bill Cosby verlässt am Montagabend das Gerichtsgebäude

Zum Prozessauftakt erscheint der Entertainer gemeinsam mit der Schauspielerin Keisha Knight Pulliam, seiner Fernseh-Tochter Rudy aus der Sitcom "Die Bill Cosby Show".

Ein Fall aber hat es nun zum Strafgericht geschafft: Die frühere Angestellte der Temple University in Philadelphia, Andrea Constand, wirft Cosby vor, ihr im Januar 2004 Tabletten verabreicht und sie in seinem Haus sexuell bedrängt zu haben. Er habe ihr drei blaue Pillen gegeben und sie sexuell genötigt, sagte die heute 44-Jährige. "Ich wollte einfach nach Hause gehen". "Ich hatte Todesangst, irgendetwas davon zu erzählen", sagte die damalige Assistentin in Cosbys Agentur in Los Angeles.

Cosby sah sich das Ganze von der Anklagebank aus aufmerksam an.

Gegen den 79-Jährigen werden schwere Vorwürfe erhoben. Die Zeit hinter Gittern wäre nicht nur sein endgültiger TV-Todesstoss – er dürfte, so befürchten einige, diese Strafe auch physisch nicht überleben. Cosby kichert mit wippenden Schultern und vor den Mund gehaltener Faust, wenn seinem Chefverteidiger Brian McMonagle eine suggestive Frage gelingt, die aus einer Zeugin in diesem Missbrauchsprozess die Initiatorin einer Verschwörung macht. Es gibt noch andere Figuren in diesem Saal, die nur selten oder gar nicht sprechen und genau deshalb so interessant zu beobachten sind: Cosby-Verteidiger McMonagle etwa, der sich im Gerichtssaal so positioniert, dass er zwar neben seinem Mandanten sitzt, jedoch jederzeit die Person im Zeugenstand, die Geschworenen oder die Leute auf der Galerie mit gewaltigen Gesten oder entrüstetem Minenspiel adressieren kann. Alles fürs Image des frauenverstehenden Vaters der Nation, als der er sich selbst noch immer gerne sieht. Richter Steven O'Neill beendete nach zwölfeinhalb Stunden die Urteilsfindung, nachdem er von der Jury das Zeichen bekommen hatte, dass sie eine Pause bräuchte.

Cosby selbst hat in dem Strafprozess nicht ausgesagt.

Möglicherweise werde sich der Entertainer doch noch entscheiden, auszusagen, sagt sein Sprecher Andrew Wyatt zum Ende der ersten Prozesswoche vor Journalisten. Diese weiteren mutmaßlichen Vergehen liegen etliche Jahre zurück und sind nicht Teil des vorliegenden Prozesses.

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