Gal Gadot ist die weibliche Waffe

Links Wonder Woman in Action rechts Wonder Woman Darstellerin Gal Gadot mit tiefem Ausschnitt bei den MTV Movie Awards

Ist da eben tatsächlich eine bildhübsche und übermenschliche Amazone in den Schützengraben gestiegen? Eine sexy Frau erobert den Kino-Comic-Kosmos. Dadurch wird Dianas Reifung zur Wonder Woman, ihr Lernprozess, glaubwürdiger. Einer allzu platten, gar sexistischen Inszenierung beugen Gadot und Regisseurin Jenkins jederzeit vor, trotzdem sprintet Gadot in betont knappen und engen Outfits durch die Gegend.

Überhaupt ist es immer wieder der entwaffnende Idealismus der Amazone, der einen, ja, fast schon berührt. Sie vermutet, dass der Gott des Krieges hinter den Gräueln des Ersten Weltkriegs steckt. Ihre Mutter (die starke Connie Nielsen) möchte sie vor ihrem - vorbestimmten - Schicksal bewahren, verständlich.

Lange dauert es nicht, ehe sich Diana und Steve näher kommen.

Die Amazonen wurden erschaffen von Zeus als letzte Rückversicherung gegen Kriegsgott Ares. Und doch ist es reizvoll, etwas zu sehen, was es im Superhelden-Kino der neuen Ära noch nicht zu sehen gab (über Halle Berrys fürchterliche „Catwoman“ decken wir das Mäntelchen des Schweigens). Doch gemeint ist nicht etwa sein bestes Stück, sondern die Armbanduhr, die neben seinen Klamotten liegt. Tausendfach potenziert gilt das erst recht für die Überlegung, dass ein Mann diese Macht über sie habe. Es folgten "frustrierende" Vorsprechtermine, die an Gadots Selbstwertgefühl kratzten, wie sie sich erinnert.

Wonder Woman ist nicht nur ein Action-Abenteuer, sondern auch eine Art Coming-of-Age-Geschichte. Diesem Deutungsansatz hat sich übrigens auch Regisseurin Patty Jenkins selbst kürzlich in einem Interview angeschlossen.

"Wonder Woman" startet am 15. Juni in den Schweizer Kinos. Wirklichen Platz zum Strahlen gibt es nur für Diana Prince aus Themyscira. Davor gefeit, von dem Leid des erbarmungslosen Stellungskriegs zermürbt zu werden, ist aber auch sie nicht.

Gal Gadot ist einfach klasse. Vermag, die Augen der Zuschauer aus Rührung oder vor Lachen glänzen zu lassen. Als Steve Trevor liefert Pine die passende Mischung an Lausbuben-Charme und kämpferischen Aktionismus, so dass die Chemie zwischen den beiden durchaus überzeugt.

"Wonder Woman" zählt als eine der beliebtesten Superheldinnen des DC Universums, seit sie 1941 zum ersten Mal in einem Comic auftrat.

"Wonder Woman" hat den mürrischen und überfrachteten Monolithen des DC-Kinouniversums einiges voraus. Wir blicken hier strengen Blickes in Richtung des weiblichen "Ghostbuster"-Reboots". Es stellt sich heraus: Trevor ist ein Spion, der wichtige Informationen von den Deutschen erobert hat. Doch in den Wirren des Ersten Weltkriegs bekommt sie es zunächst mit dem deutschen Heerführer General Ludendorff (Danny Huston) und dessen getreuer Wissenschaftlerin Dr. Maru (Elena Anaya) zu tun, die den Krieg mit allen Mitteln für sich entscheiden wollen.

Im Action-Westen nichts Neues? Natürlich konnte sie hier das Backpfeifen-Rad nicht neu erfinden, viele der immer wieder einsetzenden Zeitlupen im Kampf muten aber doch wie eine visuelle Altlast aus der Zack-Snyder-Ära an - minus den Blutfontänen eines "300". Und im Marvel-Kosmos wimmelt es schließlich vor männlichen Superhelden (man denke nur an die Herren Batman und Superman). Mit der Ausnahme, dass bei "Wonder Woman" der ganze Rest zu überzeugen weiß.

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