Gesundheit: Herkunft der neuartigen Blaualgen im Tegeler See unklar

Auf einem Schild welches von Unbekannten an einem Baum angebracht wurde wird vor Gift gewarnt

Bei einigen Hunden soll eine Zinkvergiftung festgestellt worden sein. Ein Polizeisprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage, hierauf gebe es zumindest Hinweise. Zinkphosphid, auch "Giftweizen" genannt, ist bei Gärtnern beliebt zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Gegenüber rbb|24 wollte die Polizei am Mittwochmorgen allerdings keine genauen Angaben machen.

Auf der Seite des Sees, am Spandauer Forst, wo Anwohner die Kadaver von 14 Füchsen und einem Wildschwein gefunden hatten, stellte die Polizei laut dpa auch einen Köder sicher. Dieser habe sich nach Untersuchungen aber als ungiftig herausgestellt. "In dem Köder war ein Metallgegenstand". Woran die Tiere starben, ist noch unklar. Das tierpathologische Institut der FU habe dies festgestellt, sagte Lageso-Sprecher Christoph Lang am Mittwoch rbb|24.

Die Zahl der nachweislich an einer Blaualgenvergiftung gestorbenen Hunde hat sich unterdessen erhöht: Bei drei Hunden fanden Pathologen der Veterinärklinik der Freien Universität das Nervengift Anatoxin A in tödlichen Dosen im Magen. 15 Hunde waren mit Vergiftungserscheinungen aufgefallen, die zuvor am Tegeler See ausgeführt worden waren. Das bedeutet, dass das Lageso abrät, dort zu baden, Wasser zu schlucken, angespülte Algen zu berühren oder auch mit Hunden dort spazieren zu gehen. Normalerweise reagierten Betroffene, die mit den Algen in Kontakt gekommen sind, mit Erbrechen und Kopfschmerzen, erläuterte am Dienstag Lageso-Sprecherin Silvia Kostner.

Zwar sei bei Wasseranalysen des UBA im Schwimm- und Flachwasserbereich derzeit keine für den Menschen gesundheitsrelevante Konzentration des Giftes nachweisbar, so Kostner. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hatte, wie berichtet, am vergangenen Freitag die Wasserqualitätsstufe für die Badestellen des Tegeler Sees - Strandbad Tegel, Reiswerder, Scharfenberg, Reiherwerder und Saatwinkel - auf Gelb gesetzt.

"Deshalb bleiben wir bei unserer Warnung und raten vor allem Eltern mit ihren Kindern, den Tegeler See im Moment zu meiden", so Kostner. Das nun gefundene Gift könne in großen Mengen zu Krämpfen und Atemstillstand führen. Im äußersten Fall können dann ähnliche Symptome wie bei Hunden nicht ausgeschlossen werden.

Stadtrat Maack beklagt mangelnden InformationsaustauschDer Stadtrat für Bürgerangelegenheiten und Ordnungsdienste Sebastian Maack (AfD) beklagte schon mit dem Beginn der gehäuften Todesfälle bei Hunden mangelnde Information zwischen den einzelnen Behörden. So war ihm am 14. Juni in der Bezirksverordnetenversammlung nur ein an Blaualgen verendetet Hund bekannt.

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