Griechenland erhält 8,5 Milliarden Euro

► SPD-Haushälter Johannes Kahrs wurde noch deutlicher: "Um eine Rebellion in der Unions-Fraktion zu verhindern, hat Schäuble die Quadratur des Kreises versprochen: IWF-Beteiligung ja, vom IWF geforderte Maßnahmen zur Schuldentragfähigkeit nein". Fast wie ein Oscar-Preisträger dankte der griechische Finanzminister zudem all jenen, welch die jüngste Einigung möglich gemacht hätten: Vom IWF über seinen Regierungschef Tsipras bis zum französischen Kollegen Bruno Le Maire, der noch vor wenigen Tagen die Wachstumsklausel als Kompromiss zwischen Griechen und Deutschen ins Spiel gebracht hatte. Gleichzeitig wollten sie aber die Bedingungen des IWF - nämlich Schuldenerleichterungen zu gewähren - nicht akzeptieren.

Gelöst wurde der Konflikt jetzt mit einem Kompromiss. "Damit hätten beide Seiten ihr Gesicht gewahrt". Die Hängepartie um die Auszahlung hat in Griechenland die Stimmung getrübt und die Konjunktur gedämpft. Knapp 32 Milliarden Euro sind bereits ausgezahlt, nun geht es um die nächste Tranche.

Lagarde sprach nun von einem "bedeutendem Fortschritt" bei den Reformen der griechischen Regierung, die Voraussetzung für weitere Auszahlungen aus dem europäischen Hilfsprogramm sind. Sonst droht dem Land erneut der Staatsbankrott.

"Es gibt jetzt Licht am Ende des Tunnels", sagte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos. Die Beteiligten waren zerstritten über eine grundsätzliche Frage: Kann Griechenland seinen Schuldenberg von derzeit 180 Prozent der Wirtschaftsleistung ohne zusätzliche Hilfe jemals abtragen? Auch Dijsselbloem schloss eine Entscheidung über den Umfang von Schuldenerleichterungen aus.

"Niemand behauptet, dass das die beste Lösung ist", sagte Lagarde. Zumindest vorerst. Zwar wollte auch Griechenland dringend Erleichterungen beim Schuldendienst, kam damit aber nicht wesentlich weiter.

Dazu sagte Schäuble, das sei eine "gewisse Abweichung von dem, was beschlossen war".

Vor dem Treffen der Eurogruppe hat Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appelliert, seinen Widerstand gegen baldige Schuldenerleichterungen für Athen aufzugeben. Darauf verweist auch Schäuble - und dabei ist ihm erst einmal nicht zu widersprechen. Er berief sich stattdessen auf Abmachungen vom Mai 2016. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras scheint angetan, obwohl nicht sofort Schuldenerleichterungen in Aussicht stehen.

Bisher wollten die Euro-Länder - allen voran Deutschland - erst nach Abschluss des dritten Rettungspaketes mögliche Schuldenerleichterungen angehen, falls diese dann notwendig sein sollten. Finanzminister Wolfgang Schäuble diskutiert mit dem Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem. Der Bruttofinanzierungsbedarf des Landes solle mittelfristig unter 15 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und unter 20 Prozent danach, um die griechischen Schulden tragfähig zu halten. Übersetzt: Beim EU-Gipfel nächste Woche in Brüssel soll Griechenland kein Thema sein, wenn dann ein positives.

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