Kritik an Ditib-Absage

Der Verband für die türkischen Muslime in Deutschland Ditib

Der Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert, dass sich der islamische Verband Ditib nicht an der Demonstration gegen islamistischen Terror am Samstag in Köln beteiligen will. Die CDU-Politikerin Giousouf erklärte, Ditib vergebe damit eine große Chance, die Interessen deutscher Muslime glaubwürdig zu vertreten. Der Islam-Dachverband Ditib kritisiert dies - und wird dafür scharf kritisiert.

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Extremisten wollten "mit ihren Morden die Spaltung der Gesellschaft", sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek, der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

Die Ditib, die in Köln ansässig ist und dort auch ihre Zentralmoschee betreibt, warf den Organisatoren eine "öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung" vor.

Weiter hieß es in der Stellungnahme: "Auch hätten wir den betreffenden Personen vorab erklären können, dass am 22. Tag des Ramadan, an dem in Köln von 03:47 Uhr bis 21:55 Uhr gefastet, also nichts gegessen und getrunken wird, es den fastenden Muslimen schlichtweg nicht zumutbar ist, stundenlang in der prallen Mittagssonne bei 25 Grad Celsius zu marschieren und demonstrieren". Ditib werde am Freitag in allen Moscheen in Deutschland ein Bittgebet gegen den Terror und für den Frieden halten.

Unter dem Motto "Nicht mit uns" wollen am Samstag in Köln Muslime mit Unterstützung zahlreicher Verbände und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gegen islamistischen Terror und Gewalt demonstrieren. Um sich dem öffentlich entgegenzustellen, werde sich der Zentralrat auch an den Friedensmärschen in Köln und eine Woche später in Berlin beteiligen. Initiatoren des Friedensmarsches sind die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der muslimische Friedensaktivist Tarek Mohamad. "Wer als Religionsgemeinschaft die Millionen Muslime in Deutschland repräsentieren will, muss auch seine gesellschaftliche Verantwortung annehmen", so Beck.

Zugleich übt der Moscheeverband grundsätzliche Kritik: Forderungen nach "muslimischen" Anti-Terror-Demos griffen zu kurz, stigmatisierten die Muslime und verengten den Terrorismus auf sie: "Das ist der falsche Weg und das falsche Zeichen, denn diese Form der Schuldzuweisung spaltet die Gesellschaft".

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärte, Ditib habe sich mit der Kritik an der Kölner Kundgebung "als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet". Viele islamische Verbände seien dem Aufruf gefolgt und unterstützten ihn. Dazu seien "die Ditib-Strukturen nicht in der Lage".

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