Opel-Chef geht und gilt als Kandidat für VW-Vorstand

Karl-Thomas Neumann Bild AFP

Die "FAS" hatte ohne Angabe von Quellen berichtet, zwischen Neumann und Tavares habe die Chemie von Anfang an nicht gestimmt. Er sorge sich jedoch, ob die Franzosen die einschneidende Wirkung der Elektromobilität richtig erkennen, schreibt das Blatt weiter. Insbesondere fehlt noch die Freigabe durch die Kartellbehörden. Den Plan dafür sollte das Opel-Management innerhalb von 100 Tagen nach der Übernahme vorlegen und ihn dann umsetzen. Neumann. Er hat für Opel wieder Anerkennung, ein verbessertes Markenimage und ein gestärktes Selbstbewusstsein erreicht. Nach dem Abschluss des Verkaufs, der gegen Jahresende erwartet wird, wolle er sich die Zeit nehmen, über seine nächsten Schritte zu entscheiden. Bei Volkswagen wäre es der dritte Antritt für den 56-jährigen studierten Elektrotechnik-Ingenieur. Bei Volkswagen war er von 1999 bis 2004 in leitender Stellung der Elektrik-/Elektronikentwicklung tätig und von 2009 bis 2013 erneut beim VW-Konzern als Leiter der Elektroantriebsentwicklung und des China-Geschäfts tätig. Nach Ansicht des Automobilwirtschaftsexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen läuft die Gewinn-Vorgabe des PSA-Chefs auf spürbare Jobverluste bereits 2019 hinaus. Unter seienr Führung habe der Autobauer enorme Fortschritte beim Turnaround von Opel/Vauxhall erzielt, sagt Dan Ammann, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrates und General Motors President. Neumann wird das Unternehmen nach vollzogener Übernahme durch Peugeot vermutlich im Herbst verlassen.

Trotzdem ist das Bedauern über den Abgang Neumanns beträchtlich. "Ich persönlich habe schon lange mit Neumanns baldigem Abschied gerechnet, denn eine Persönlichkeit wie er kann schlicht und einfach nicht unter einem PSA-Chef Carlos Tavares arbeiten", sagte er am Samstag der Fachzeitung. Er wollte offenbar den Besitzerwechsel von General Motors zur Peugeot-Mutter PSA nicht mitmachen. Lohscheller ist seit 2012 bei Opel im Vorstand der AG, seit drei Jahren ist er Finanzchef der Opel Group GmbH. Beschäftigungsgarantien für die rund 38 000 Opel-Mitarbeiter über die bis 2018 laufenden Tarifverträge hinaus lehnt Tavares ab.

Die Franzosen haben sich und Opel ehrgeizige Ziele gesetzt. PSA-Chef Carlos Tavares hat sich bisher nicht in aller Deutlichkeit zum Ampera-e bekannt.

Allerdings stehen Opel nach Ansicht von Experten davor noch einige harte Sanierungsschritte bevor. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Montag erklärte er jedoch, für die Zeit danach könne er keine Garantien geben, wenn Opel weiter Verlust machen sollte.

Die Übernahme von Opel durch den PSA-Konzern soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen, der 31. Juli sei der frühestmögliche Zeitpunkt, sagte ein Opel-Sprecher vor wenigen Tagen.

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