Wegen Brexit haben sich viele Briten hierzulande einbürgern lässen

Die Einbürgerung nach Deutschland wird bei Briten beliebter. Eine Rekordzahl hat 2016 den deutschen Pass beantragt

2865 Briten ließen sich einbürgern, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind gut 3 000 Einbürgerungen oder 2,9 % mehr als im letzten Jahr.

Zugleich handelt sich um den höchsten Wert, der jemals für Briten registriert wurde.

Die Gesamtzahl der Einbürgerungen stieg im vergangenen Jahr insgesamt um 2,9 Prozent auf knapp 110.400. Der absehbare Abschied aus der EU lässt die Zahl der Einbürgerungen von Briten hochschnellen.

Die größte Gruppe unter den Menschen mit neuem deutschen Pass stellten die 16.290 Türken. Allerdings ging ihre Zahl um 17,3 Prozent auf knapp 16.300 zurück. Bei der zweitgrößten Gruppe, den Polen, stieg der Anteil hingegen um 11,3 Prozent auf 6632. Sie liege immer noch deutlich unter dem Wert von 1999 (143.000), "als noch das antiquierte Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz aus dem Jahr 1913 galt", so Sevim Dağdelen, die integrationspolitische Sprecherin der Linke im Bundestag. Die rechtlichen Hürden für Einbürgerungen wie zum Beispiel die hohen Gebühren, Sprach- und Einkommensanforderungen müssten beseitigt werden.

Wie schon in den Jahren zuvor verlief die Entwicklung regional unterschiedlich.

Das Statistische Bundesamt teilte außerdem mit, dass im Jahr 2015 das Durchschnittsalter in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung leicht gesunken ist. Den höchsten prozentualen Anstieg verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern (plus 19 Prozent), den größten prozentualen Rückgang Bremen (minus 20,4 Prozent). Die Eingebürgerten waren im Durchschnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf.

Seit die Briten vor rund einem Jahr für den Ausstieg aus der EU gestimmt haben, hat das britische Pfund mehr als zehn Prozent an Wert eingebüßt. Die Mehrheit der eingebürgerten Personen stammt aus Europa (59,4 Prozent), allein 29,0 Prozent kommen aus den Staaten der Europäischen Union.

Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial lag im Jahr 2016 im Schnitt bei 2,2 %.

Das Interesse von EU-Staatsbürgern an einer Einbürgerung sei traditionell eher gering, hieß es. Die britische Regierung muss alle diese Abkommen neu verhandeln - ob sie die gleichen Vorteile durchboxen kann, ist offen. Nach 24 Jahren steter Zunahme verringerte es sich Ende 2015 auf 44 Jahre und drei Monate.

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