Altkanzler Helmut Kohl ist tot!

Altkanzler Helmut Kohl

Kohl hatte immer an die Wiedervereinigung geglaubt und die historische Chance dann gegen Widerstände im In- und Ausland ergriffen. Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens. "Das Handeln Helmut Kohls war vom christlichen Menschenbild geprägt, das ihn so sehr für seine Arbeit gestärkt hat".

In seiner Würdigung erinnerte der Kardinal auch an die Begegnungen Kohls mit Papst Johannes Paul II. bei dessen Deutschlandbesuchen 1987 und 1996. Der Pfälzer habe wie kein anderer verstanden, dass die europäische Einigung und die deutsche Einheit untrennbar miteinander verbunden seien. "Und er hat sich um beide Ziele wie kaum ein Anderer verdient gemacht".

Der osthessische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand gab auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS die folgende Stellungnahme ab: "Ich bin tieftraurig über den Verlust und tiefdankbar für dieses unglaubliche Lebenswerk".

Sternberg, selbst CDU-Politiker, betonte, Kohl habe in enger Verbindung mit der katholischen Kirche gelebt. Er habe die Partei modernisiert. Merkel sagte, sie habe Kohls Frau Maike am Freitagabend telefonisch ihr Beileid ausgesprochen. "Helmut Kohl war ein großer Europäer und ein sehr guter Freund", teilte Juncker mit. "Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro am Freitag verbreitete.

In Gedenken wehen deshalb die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf Halbmast.

Auch Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) würdigte Kohl. Helmut Kohl war ein großer Staatsmann, er war ein großer Europäer. Die SPD hat Medien Auszüge zur Verfügung gestellt: "Mit Helmut Kohl haben wir einen großen Europäer verloren. Damit hat er die Hoffnung der Deutschen von der Überwindung der Teilung Wirklichkeit werden lassen". Grünen-Chef Özdemir sagte, Kohl sei bei allem Streit jemand gewesen, auf den man sich habe verlassen können.

Kohl war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben. Am Wachsen eines geeinten Europas ohne Grenzen hatte er großen, ja entscheidenden Anteil. "Ein großer Europäer ist von uns gegangen". Wir waren nicht immer einer Meinung, aber ich habe ihn mit seinen Ecken und Kanten, vor allem wegen seiner Weitsicht, immer geschätzt. Kurz wies darauf hin, dass Kohl auch "maßgeblich den österreichischen EU-Beitritt unterstützt" habe. In Kauders Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen hat Helmut Kohl aber den langjährigen Epfendorfer Bundestagsabgeordneten Franz Sauter (1972 bis 1990) auf dessen Hof besucht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) erinnerte an den Einsatz Kohls für die deutsch-französische Freundschaft. Mit Kohl sei auch "ein Stück erlebte Geschichte" gestorben. "Was ich an ihm besonders geschätzt habe, war seine Gradlinigkeit bei Europa". "Ganz Europa trauert um einen großen Staatsmann". Als Kohl, der scheinbar ewige Kanzler, 1998 abtrat, war ihm ein Platz in den Geschichtsbüchern längst sicher. Nationale und internationale Politiker würdigten den Verstorbenen als großen Europäer.

Für ihn, der um die identitätsstiftende Kraft der Geschichte wusste, stand stets außer Frage, dass die Geschicke der Deutschen immer auch die Europas sind. Bush war einer der Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weißen Haus waren. "Er hat Herausragendes für die Europäische Einigung geleistet und hätte für seine Verdienste um die Wiedervereinigung gemeinsam mit Michail Gorbatschow den Friedensnobelpreis verdient gehabt".

"Wie viele, die Zeuge wurden der unaussprechlichen Verkommenheit und des Elends dieser Zeit, hasste Helmut (Kohl) den Krieg".

Kohl sei "aber auch der politische Kämpfer in die eigene Partei hinein und der erbitterte Gegner der 'Sozen', wie er zu sagen pflegte", gewesen, so Beck. "Bei unseren Bestrebungen war Helmut ein Fels - standhaft und stark".

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