DGB: Gewalt gegen Beschäftigte nicht weiter tabuisieren

Reiner Hoffmann Vorsitzender der Deutschen Gewerkschaftsbunds

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte gestern in Berlin davor, dass Übergriffe gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes verstärkt zum Alltag in Deutschland gehören.

DGB-Chef Hoffmann sagte bei einer Tagung in Berlin, Vorgesetzte dürften die Gewalt gegen Beschäftigte nicht länger tabuisieren und Mitarbeiter nicht alleine lassen.

Sichern Sie sich mit TA-Plus alle Inhalte der TA-Webseite und unserer Smartphone-App. Allein im letzten Jahr seien rund 72.000 Polizisten Angriffen ausgesetzt gewesen. Auch auf anderen Tätigkeitsfeldern sorgen spektakuläre Angriffe auf Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes immer wieder für Aufsehen. Die Arbeitgeber seien gefordert, in ihren Dienststellen regelmäßig Gefährdungsanalysen durchzuführen.

Der Beamtenbund (dbb) kritisiert ebenfalls, dass Vorfälle auf Drängen von Vorgesetzten unter den Teppich gekehrt würden. "Die Übergänge von verbaler zu physischer Gewalt sind fließend, Exzesse mit Todesfolge machen uns das von Zeit zu Zeit dramatisch bewusst", sagte dbb-Chef Klaus Dauderstädt Ende April. Und auch Kurse zur Deeskalation könnten nicht jeden Konflikt mit dem unzufriedenen Bürger lösen. Der DGB forderte mehr Schutz für Staatsdiener, mehr Personal und bessere Ausstattung. Zuvor war dies nur bei Vollstreckungshandlungen möglich. Je weiter sich der Staat zurückziehe, desto mehr hänge die Lebensqualität der Bürger vom Wohnort und vom eigenen Geldbeutel ab.

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