Etihad und Tui: Der gemeinsame Ferienflieger ist gescheitert

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In einem beigefügten "Unterstützungsschreiben", ebenfalls datiert vom 28. April, sicherte der Großaktionär aus Abu Dhabi verbindlich zu, dass Air Berlin in den nächsten 18 Monaten sämtliche finanziellen Verpflichtungen im Tagesgeschäft erfüllen könne. Denn Etihad, der arabische Großaktionär, hat jede Menge eigener Probleme. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass das Unternehmen bei den Landesregierungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen um die Prüfung einer Bürgschaftsanfrage nachgesucht habe. Ein solcher Schritt ist der übliche Weg für den Fall, dass Unternehmen in einem zweiten Schritt dann tatsächlich einen Bürgschaftsantrag stellen.

Die Fluggesellschaft stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Alle Gespräche mit dem Tui-Reisekonzern über die geplante Gründung eines gemeinsamen Ferienfliegers wurden abgesagt. NIKI sollte Teil des nun nicht zustande kommenden Joint Ventures werden, sodass die Berliner ihre Anteile vorerst behalten. Etihad ist wichtigster Anteilseigner und Geldgeber von Air Berlin. Etihad hält 29,2 Prozent von Airberlin, will diese Beteiligung Medienberichten zufolge aber loswerden. Weitere Details zu dieser Struktur würden von Air Berlin bekanntgegeben.

Gesucht wird nun auch Hilfe aus der Politik. Sie war einer der drei zentralen Punkte in der laufenden Neuaufstellung. Zuvor waren Verhandlungen mit Tui über einen gemeinsamen Ferienflieger überraschend gescheitert. Als Begründung für die Trennung nannte die Airline eine stark schwankende Nachfrage. Air Berlin wollte dazu am Freitag keine Stellung nehmen. Insgesamt 35 Flugzeuge wurden an die neue Niki-Plattform abgegeben.

Für Ärger könnten noch die 14 ebenfalls für den Touristikflieger vorgesehenen Tuifly-Jets sorgen, die samt Crews langfristig an die Air Berlin vermietet sind, dem Vernehmen nach zu sehr hohen Leasingraten.

Die Frage, wie Air Berlin künftig aussehen soll, ist damit seit Donnerstag noch ungewisser als zuvor. Lufthansa-Chef Carsten Spohr seinerseits hat Interesse an Air Berlin signalisiert. Bei Air Berlin sei "eine unternehmerische Perspektive noch nicht sichtbar". Daraus wird jetzt aber nichts.

Air Berlin flog allein 2016 einen weiteren Rekordverlust von fast 800 Millionen Euro ein, hat einen Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro aufgehäuft und das Eigenkaital längst aufgebraucht.

Verzweifelt sucht Thomas Winkelmann seit Wochen nach Lösungen.

"Wir müssen 2017 einen Partner finden, und die Lufthansa ist einer von einigen möglichen", sagte Winkelmann in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der "Zeit".

Was bedeutet das für Air Berlin?

Berlin/FrankfurtAir Berlin wird den Flugbetrieb in zwei getrennten Geschäftsfeldern weiterführen.

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