Merkel brachte dem Papst Süßigkeiten aus seiner Heimat mit

Franziskus bricht mit einem ungeschriebenen Gesetz im Vatikan Eigentlich sollen keine Spitzenpolitiker im Wahlkampf empfangen werden

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat in seinem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Anteilnahme angesichts des Todes von Helmut Kohl ausgedrückt.

Für die Bundeskanzlerin war es bereits die sechste Begegnung mit Papst Franziskus, viermal traf sie ihn zum persönlichen Gespräch, seit er 2013 an die Spitze der Katholischen Kirche gewählt wurde, zweimal bei offiziellen Terminen. In diesem Geist werde die deutsche G20-Präsidentschaft die Vorbereitungen für das Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer weiterführen. Außerdem überreichte er ihr einen kleinen bronzenen Olivenzweig als Symbol für den Frieden.

Nur einmal deuteten sich Risse im Verhältnis der beiden an: Die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtete über ein angebliches Telefonat, in dem sich Merkel verärgert gezeigt haben soll über kritische Bemerkungen des Papstes über Europa.

Dass Merkel den Kampf gegen die Armut in Afrika zum G20-Schwerpunkt erklärt, dürfte den Argentinier besonders freuen. Zuletzt waren Merkel und Franziskus aus Anlass der Karlspreisverleihung im Mai 2016 im Vatikan zusammengetroffen. Man wisse ja, "dass bedauerlicherweise die Vereinigten Staaten von Amerika aus diesem Abkommen austreten". Franziskus schenkte dem deutschen Gast Ausgaben seiner Umweltenzyklika "Laudato si" sowie seiner Schreiben "Amoris laetitia" und "Lumen fidei".

Nach ihrem Termin beim Papst führte die Bundeskanzlerin, die im Herbst für ihre Wiederwahl kandidiert, noch ein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Zu Mittag fand in der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl eine Begegnung mit den beim Vatikan akkreditierten Botschaftern der G20-Staaten statt. Nur die frühere argentinische Präsidentin Cristina Kirchner wurde noch öfter vom Papst empfangen. Beide sprachen etwa vierzig Minuten miteinander; damit dauerte das Treffen etwas länger als das zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Papst vor drei Wochen.

Die deutsche Regierungschefin war am Freitagnachmittag nach Rom gereist. Merkel hatte die Nachricht von Kohls Tod während ihrer Reise in Rom erreicht. Am Samstag holte Merkel dies nach.

Nach den Gesprächen im Vatikan besuchten Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer noch eine Ausstellung, die vom Siebenarmigen Leuchter des Tempels von Jerusalem handelt.

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