Merkel fühlt sich vom Papst vor G20 gestärkt

Franziskus bricht mit einem ungeschriebenen Gesetz im Vatikan Eigentlich sollen keine Spitzenpolitiker im Wahlkampf empfangen werden

Es war bereits das vierte persönliche Gespräch zwischen der deutschen Regierungschefin und dem katholischen Kirchenoberhaupt seit dem Amtsantritt des Papstes.

Das Treffen der wichtigsten Industrieländer steht in diesem Jahr unter deutscher Präsidentschaft und war ein Schwerpunkt des Gesprächs zwischen Merkel und dem Papst.

Pikantes Detail: Der Papst sprach etwa 40 Minuten mit seiner Besucherin aus Deutschland.

Das Treffen mit Franziskus bezeichnete sie als "ermutigendes Gespräch", auf dem Weg weiterzugehen, um Schritt für Schritt Erfolge für die Weltgemeinschaft zu erzielen. "Danke, dass ich wieder hier sein kann", sagte Merkel lächelnd zu Franziskus. Nach den Vier-Augen-Gespräch mit dem Pontifex wollte Merkel mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammenkommen.

Als Geschenk brachte die Kanzlerin dem Papst eine Beethoven-Gesamtausgabe und "Dulce de leche", einen süßen Brotaufstrich aus der Heimat des argentinischen Papstes, mit.

Zwischen der Pfarrerstochter aus Deutschland und dem Papst herrscht deutlich mehr Harmonie: Für ihren Umgang mit der Flüchtlingskrise erhielt die Kanzlerin Lob vom Papst, der Europa immer wieder zu mehr Einsatz für Geflüchtete aufruft. Dass sie bei dem bevorstehenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20) im Juli in Hamburg Afrika in den Mittelpunkt stelle, habe der Papst begrüßt. Außerdem überreichte er ihr einen kleinen bronzenen Olivenzweig als Symbol für den Frieden. Gerade wegen der Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump und dem nahezu gescheitertem G7-Gipfel im Mai in Italien werden schwierige Verhandlungen erwartet. Merkel war am Freitag nach Rom gereist, ihr Besuch wurde überschattet vom Tod des Altkanzlers Helmut Kohl. Nur die einstige argentinische Präsidentin Cristina Kirchner kam noch öfter zum Papst. Im Anschluss an die Audienz besuchte Merkel die christlich-jüdische Ausstellung "Die Menora" in den Vatikanischen Museen. Ferner gab es noch zwei kurze Begegnungen: bei der Amtseinführung von Franziskus im März 2013 sowie vor knapp drei Monaten beim EU-Jubiläumsgipfel in Rom.

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