Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Allianz wegen Werbung für Rentenversicherung

Wie Anleger daran tatsächlich partizipierten, sei unklar, bemängelten die Verbraucherschützer.

Die Finanzexpertin der Hamburger Verbraucherzentrale hat sich die Rentenversicherung näher angesehen. Sie kommt zu dem Schluss, dass "ausschließlich die von der Allianz erwirtschaftete und jährlich zu ermittelnde Überschussbeteiligung" über den Euro Stoxx 50 gemehrt wird. Also nicht die eingezahlten Beträge.

"Da die Überschüsse in der aktuellen Niedrigzinsphase zunehmend niedriger ausfallen, ist dies eine wesentliche Information, die die Allianz in ihrer Werbung verschweigt", sagt Becker-Eiselen.

Die Verbraucherschützerin meint, dass sich der Konzern "das gute Ansehen der Indexfonds für den Verkauf der privaten Rentenversicherung zunutze machen will". "Das vermeintliche Wunderprodukt Index Select ist eine Mogelpackung", erklärte die Verbraucherzentrale am Dienstag. Denn die Begrenzung der Wertentwicklung durch einen sogenannten Cap könne sich nach Darstellung der VZ Hamburg folgendermaßen auswirken: "Liegt die Wertentwicklung des Index in einem Monat über dem Cap, werden die Gewinne begrenzt, während monatliche Verluste voll in die Renditebetrachtung einfließen".

Eine Gutschrift auf den Versicherungswert erzielen Verbraucher demnach nur, wenn sich am Jahresende bei der Verrechnung von begrenzten Gewinnen mit "unbegrenzten Verlusten" ein positiver Wert ergebe. Gerade bei einem wichtigen Thema wie der Altersvorsorge seien die Unternehmen im Hinblick auf die Transparenz aber in der Pflicht, begründeten sie ihre Klage, die beim Landgericht Hamburg eingereicht wurde.

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