Verdi: Ohne Wende in Rentenpolitik droht millionenfache Altersarmut

Verdi-Chef Bsirske fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik

Im Osten liege dieser Wert sogar bei knapp 40 Prozent, sagte Institutsvorstand Matthias Günther.

Ohne eine Wende in der Rentenpolitik droht nach einer Datenanalyse für die Gewerkschaft Verdi in Deutschland millionenfache Altersarmut.

Besonders groß ist diese Gruppe in Thüringen: Hier kommen 62,1 Prozent der Menschen nicht über ein entsprechendes Einkommen. Das geht aus einer Datenauswertung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hervor. Rechnet man dann noch die Zahlen der 5,14 Minijobber hinzu, kommen rund 50 Prozent aller Beschäftigten auf weniger als 2.500 Euro brutto. Darunter fallen auch alle diejenigen, die nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn und damit bei Vollzeit nur 1.450 Euro brutto im Monat verdienen. "Vor allem der wachsende Niedriglohnsektor hat eine negative Wirkung auf das Lohnniveau und folglich auf die Rentenerwartung", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske bei der Vorstellung der Zahlen am Freitag (16. Juni 2017) in Berlin. "Diejenigen, die nur auf 40 oder gar 30 Beitragsjahre kommen, und das sind wegen der Erziehungszeiten vor allem Frauen, rutschen definitiv auf Hartz-IV-Niveau", warnt Bsirske. Statt die Bevölkerung "zum Riestern" aufzufordern, habe man die gesetzliche Rente ausgebaut.

Derzeit liegen die Renten-Zahlbeträge laut Ver.di bei Neuzugängen im Westen für Männer bei durchschnittlich 1014 Euro, im Osten bei 635 Euro. Dass eine andere Politik möglich sei, zeige ein Blick über die Grenze: Österreich habe in den 2000er Jahren die Teilprivatisierung der Rente nicht mitgemacht. Das Ergebnis: Die gesetzliche Rente ist im Durchschnitt über 500 Euro höher als in Deutschland. "Auch bei uns. Es braucht aber den politischen Willen dazu", so Frank Bsirske. Er begrüßte, dass sich inzwischen zumindest SPD, Grüne und Linkspartei zu einer Stabilisierung des Rentenniveaus bekennen. Zugleich werde von Unionspolitikern eine Aufstockung des Wehretats in ähnlicher Größenordnung in Kauf genommen, wie es Verdi für die Rente fordere. Allerdings reiche die Forderung der Sozialdemokraten nach einer Stabilisierung auf dem jetzigen Niveau von etwa 48 Prozent nicht aus. Zudem sollten der steuerliche Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöht und die Tarifbindung gestärkt werden. "Kanonen statt auskömmlicher Rente", warf Bsirske der Union vor. Deshalb muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Tarifflucht der letzten Jahre aufhört.

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