EU bereitet europäischen Staatsakt für Kohl vor

Gorbatschow Bush und Kohl

Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl (CDU) soll nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit bisher nie dagewesenen Ehren verabschiedet werden: Juncker sprach sich dafür aus, Kohl als ersten Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt zu würdigen.

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat in seinem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Anteilnahme angesichts des Todes von Helmut Kohl ausgedrückt. Informationen der "Bild am Sonntag", wonach Kohls Leichnam nach dem Staatsakt mit dem Schiff über den Rhein zur Totenmesse nach Speyer gebracht werden soll, bestätigte sie nicht. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union. "Dies war ihm eine besondere Mission". Ab Sonntag soll in der dortigen Staatskanzlei ein Kondolenzbuch für den Altkanzler ausliegen, ab Montag ebenso bei der CDU Rheinland-Pfalz. Es wäre der erste europäische Staatsakt für einen Politiker. Die Organisation beginne erst, sagte sie.

Inzwischen nehmen Menschen in ganz Deutschland Abschied von Helmut Kohl. Kohl kehrte wieder in sein Haus in Ludwigshafen-Oggersheim zurück, wo er zuletzt im April 2016 noch Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban empfing.

Das Gelingen der deutschen Wiedervereinigung bleibt für immer mit seiner staatsmännischen Klugheit verbunden und mit dem persönlichen Vertrauenskapital, das er in Europa und der Welt erworben hatte. Selbstverständlich wäre das Land sehr geehrt, wenn ein solcher Staatsakt in Kohls Heimat stattfinden würde, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Abend im ZDF. Danach werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark in Speyer Abschied von Kohl nehmen. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das eigentliche Wort hat". Auch der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann und der frühere "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, ein langjähriger Vertrauter von Helmut Kohl, sowie der ehemalige CDU-Landesvorsitzende Christoph Böhr waren zuvor zu weiteren Kondolenzbesuchen gekommen".

Ludwigshafen (dpa) Nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl kommen weiterhin Trauernde zu dessen Wohnhaus in Ludwigshafen-Oggersheim.

Unklar ist, ob Kohl auf dem Friedhof in Ludwigshafen-Friesenheim beerdigt wird. Ort und Zeitpunkt seiner Beerdigung sind noch unklar. Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Stadt werde ein Kondolenzbuch auslegen.

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