Europäischer Staatsakt für Kohl soll im EU-Parlament stattfinden

Als Folge eines schweren Sturzes war Helmut Kohl seit 2008 gesundheitlich schwer angeschlagen. Nun ist der Alt Bundeskanzler gestorben

Kohl werde in erster Linie als großer Europäer und Kanzler der deutschen Einheit in Erinnerung bleiben, ist Lamby überzeugt. Der Altkanzler war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben.

Kohl habe sich "um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht", schrieb Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in ein im Kanzleramt ausgelegtes Kondolenzbuch.

Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow verwies auf Kohls Rolle bei der Überwindung der Teilung Deutschlands. Der frühere US-Präsident George H.W. Bush würdigte Kohl als "wahren Freund der Freiheit". Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagte der Zeitung: "Besonders gut wäre es, wenn bei der Benennung nach Helmut Kohl die Straße oder der Platz einen Bezug zu Europa oder zur deutschen Einheit hätte".

Die früheren US-Präsidenten George Bush sen. und Bill Clinton würdigten Kohl ebenso wie der russische Präsident Wladimir Putin.

Wie Mitterand war auch die damalige britische Premierministerin Margret Thatcher 1989/90 zunächst höchst skeptisch gegenüber der Idee, die Bundesrepublik und die DDR zu einem gemeinsamen Staat zu vereinen - mit Blick auf deutsche Geschichte, aber auch mit Blick auf den Einfluss eines noch größeren Deutschlands in der Europäischen Gemeinschaft. Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank, saß im Rollstuhl und konnte nur schwer sprechen.

Der 1930 geborene Pfälzer war von 1982 bis 1998 deutsche Bundeskanzler - so lange wie niemand vor ihm. Er nannte Kohl einen "persönlichen Freund".

Brüssel - Der von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeregte europäische Staatsakt für Helmut Kohl soll möglichst binnen zwei Wochen im Europaparlament in Straßburg stattfinden. "Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine ausserordentlichen Verdienste zu würdigen". Das mache den Verlust umso größer - politisch wie menschlich. Orban lobte in einem Nachruf Kohl als herausragenden Staatsmann: "Möge Gott dem Freund Ungarns, dem großen Alten Helmut Kohl gnädig sein".

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