Finanzminister Schäuble warnt vor Marktturbulenzen

Doch sicher sind sie noch nicht. Sollten dessen Mitglieder der Auffassung sein, dass mit dem Kompromiss eine "wesentliche Änderung" des 2015 aufgelegten Hilfsprogramms vorliege, müsste das Plenum des Bundestags sich mit einem neuen Mandat befassen.

Ganz nüchtern betrachtet hat Finanzminister Wolfgang Schäuble Recht. Schäuble verwies vor Beginn der Eurogruppe, die früher beendet war als von vielen Beobachtern angenommen, auf die allmähliche konjunkturelle Erholung in Griechenland. Schäuble zumindest sah keinen Grund für ein neuerliches Mandat. Doch gab es bis zuletzt Streit über die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds und Schuldenerleichterungen, die sowohl der IWF als auch Griechenland für unabdingbar halten. Michelbach sieht die Debatte auch deshalb gelassen, weil vom Griechenland-Hilfspaket ein Jahr vor Programmende nur 50 Prozent ausbezahlt sei. Die Obleute der Fraktionen im Haushaltsausschuss und andere führende Fraktionsvertreter sollten am Vormittag telefonisch vom Finanzministerium über die Ergebnisse der Eurogruppen-Sitzung informiert werden. Bisher aber zeichnet sich das den Insidern zufolge nicht ab. Carsten Schneider, Fraktionsvize der SPD im Bundestag, nannte Schäubles Verhalten "eines grossen Europäers unwürdig".

Führende SPD-Politiker werfen Schäuble eine Verschleierungstaktik vor, um den Preis für die Beteiligung des IWF nicht vor der Bundestagswahl offenlegen zu müssen.

Kritik an dem Kompromiss in der Eurogruppe kam aus der Unionsfraktion. Wahrscheinlich glaubt der Bundestag auch der Behauptung des Ministers, Griechenland sei auf einem so guten Weg, dass auch nach 2018 gar keine Erleichterungen nötig seien.

Die Beteiligten waren zerstritten über eine grundsätzliche Frage: Kann Griechenland seinen Schuldenberg von derzeit 180 Prozent der Wirtschaftsleistung ohne zusätzliche Hilfe jemals wieder abtragen? Wichtig ist und bleibt für uns, dass der IWF an Bord ist. "Aber er bedeutet nicht das Ende der Krise". Die Beschlüsse der Euro-Gruppe seien für die EZB zwar ein sehr positiver Schritt in die richtige Richtung, sagte ein Insider. Den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sagte er: "Griechenland hat geliefert - die Eurogruppe aber hat das eigentliche Problem erneut vertagt". Immerhin wirkte der Fonds am Hilfsprogramm beratend mit. Ein hochrangiges Regierungsmitglied sagte der Deutschen Presse-Agentur, dieser Beschluss ebne dem Land den Weg zurück an die Kapitalmärkte.

Schäuble will Zugeständnisse an Athen unbedingt vermeiden - auch mit Blick auf die Bundestagswahl.

Das überschuldete Griechenland bekommt frisches Geld. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Einigung gebe den Menschen in Griechenland und den Märkten viel mehr Klarheit.

Alle Beteiligten wollen, dass Griechenland endlich wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Griechenland ist nach wie vor nicht kapitalmarktfähig, obwohl ihm faktisch bereits ein Großteil seiner gigantischen Schulden erlassen wurde.

Auch in Deutschland könnte der jüngste Beschluss noch für Unruhe sorgen.

Bei dem Fall geht es um drei Experten aus Spanien, Italien und der Slowakei.

Die griechische Regierung muss im Juli Altschulden in Höhe von gut 7 Mrd.

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