Juncker plant europäischen Staatsakt für Kohl

Helmut Kohl am 20. Februar 1990 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt

Und in Straßburg soll ein Staatsakt stattfinden.

Historischer Moment: Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich 1984 über den Gräbern von Verdun die Hand.

Wann und wo es einen deutschen Staatsakt für Kohl geben soll, ist bislang unbekannt. Der Kommissionspräsident verwies auf die Verdienste Kohls für Europa: "Helmut Kohl war ein deutscher Europäer und ein europäischer Deutscher". Es wäre nach Angaben der Zeitung das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird. Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird an ihn erinnert.

Das Bundeskanzleramt legt ab Sonntag ein Kondolenzbuch für Kohl aus, die Partei hat dies ihrer Zentrale bereits getan und auch eine Online-Version eingerichtet.

Helmut Kohl wird am 17. Januar 1991 von der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Bundestag in Bonn vereidigt. Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

Die Junge Union rief Mitglieder aus ganz Deutschland dazu auf, sich am Samstagabend vor Kohls Wohnhaus in Ludwigshafen-Oggersheim zu einer Gedenkwache zu versammeln.

Juncker unterstrich die Verdienste des Altkanzlers für Europa.

Nach dem Tod von Helmut Kohl haben auch Politiker aus der Region Heilbronn-Franken die Lebensleistung des Alt-Bundeskanzlers gewürdigt. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Auch Persönlichkeiten aus Sport und Gesellschaft würdigen den Kanzler der Einheit.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Kohl am Freitag als "großen Europäer" und als "Glücksfall für uns Deutsche" bezeichnet. Beides war Kohl ein großes Anliegen.

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