Offizielle Einigung: Brexit-Verhandlungen beginnen am Montag

Die Zeit ist knapp Big Ben in London

Drei Monate nach dem Austrittsantrag der Briten müssten beide Seiten "endlich mit den Verhandlungen" beginnen, sagte der europäische Chefunterhändler Barnier. May sollte in den Verhandlungen mit der EU die Priorität auf das Wirtschaftswachstum legen und dies über das Ziel stellen, die Zahl von Menschen zu kontrollieren, die nach Großbritannien zum Arbeiten kommen. Weil sich die Regierungsbildung dort nach der Parlamentswahl verzögert, waren Befürchtungen laut geworden, dass der Termin für den Beginn der Gespräche nicht zu halten ist. Seitdem läuft eine zweijährige Frist für die Verhandlungen über die Entflechtung der beiderseitigen Beziehungen. Großbritannien will sofort auch über die künftigen Beziehungen und ein ambitioniertes Freihandelsabkommen reden - so hatte es May im März in ihrem Scheidungsantrag angekündigt. Zuletzt deutete sich an, dass sie der EU-Seite zum Beginn der Verhandlungen in einem wichtigen Punkt entgegenkommen könnte.

Theresa May hatte immer wieder betont, es sei für ihr Land besser, zu keiner Vereinbarung mit der EU zu gelangen, als eine schlechte Übereinkunft in Kauf zu nehmen. Nach heftiger Kritik an einem solchen "harten Brexit", scheint May sich nun neu zu positionieren. Was wird aus den über 20.000 Rechtstexten, an die Großbritannien wie der Rest der EU gebunden ist? Denn ein freier Handel innerhalb Europas setzt auch die Freizügigkeit seiner Bürger voraus. Eine Verlängerung ist nur möglich, wenn alle EU-Staaten zustimmen.

Die Aufgabe für die Unterhändler ist riesig. Die Regierung reichte Ende März den Brexit-Antrag in Brüssel ein.

Ein wichtiger Streitpunkt dürfte die Schlussrechnung werden, die Brüssel London präsentiert. Die EU verlangt den britischen Anteil für Finanzentscheidungen, die man gemeinsam getroffen hat, vor allem für den EU-Haushalt, gemeinsame Fonds und Pensionslasten. Es geht auch um die Rechte von rund 21,5 Millionen Touristen aus der EU, die jedes Jahr zwischen Aberdeen und London Urlaub machen; es geht um die Sorgen von 400.000 britischen Pensionären auf dem Kontinent, die sich fragen, wer künftig ihre Krankenversicherung bezahlt.

Dieser meldete sich am Montag ungeduldig zu Wort: "Wir warten auf Klarstellungen der britischen Regierung", sagte er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

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