Opel bekommt einen neuen Chef

Doch jetzt hat der Chef hingeschmissen. Er folgt auf Karl-Thomas Neumann, der am Montag zurücktrat, wie der Automobilkonzern in Rüsselsheim mitteilte. Mit ihm, seit September 2012 Finanzchef von Opel, werde die Kontinuität für das Geschäft gesichert, erklärte das Unternehmen. Knapp 24 Stunden nach dem Bericht trat Neumann als Chef der Geschäftsführung zurück, bleibt jedoch bis nach der abgeschlossenen Übernahme durch den französischen Konkurrenten PSA Peugeot-Citroën Mitglied. Einesteils ließen neue Modelle auf sich warten, andernteils gehe derzeit "außer dem Adam und dem Mokka nicht viel", sagte Dudenhöffer. Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte, dass mit Lohscheller ein Nachfolger aus der bisherigen Führungsriege gefunden wurde.

Neumann erklärte, es sei "eine schwierige, persönliche Entscheidung" gewesen.

Tavares forderte vom Opel-Management einen raschen Restrukturierungsplan. "Es sind alle Führungskräfte eingeladen, mit mir den Weg zu gehen".

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) legt Neumann seinen Posten als Opel-Chef nieder. Als frühestmöglicher Termin war vom Unternehmen bislang der 31. Juli genannt worden. "Ich persönlich habe schon lange mit Neumanns baldigem Abschied gerechnet, denn eine Persönlichkeit wie er kann schlicht und einfach nicht unter einem PSA-Chef Carlos Tavares arbeiten", so der ehemalige Betriebsrat. Auch wenn beide das wichtigste Ziel - schwarze Zahlen - nicht erreicht haben, steht Opel heute entschieden besser da als unter den zahlreichen Chefs, die GM nach Rüsselsheim geschickt hat. Der 56-Jährige hatte die Europatochter des US-Konzerns General Motors seit 2013 geführt, es aber nicht geschafft, sie in die Gewinnzone zurückzubringen.

PSA will den deutschen Konkurrenten kostengünstiger organisieren. Die Franzosen sollen für Opel inklusive der britischen Schwestermarke Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Die Mitarbeiter in den deutschen Werken sind bis Ende kommenden Jahres durch einen Tarifvertrag vor Entlassungen geschützt. Neumann gilt als Kandidat für einen Vorstandsposten bei Volkswagen, womöglich als Nachfolger des im Dieselskandal angeschlagenen Audi-Chefs Rupert Stadler. Immerhin sorgt Opel für etwas Ruhe im Wechsel, indem die Automarke mit Michael Lohscheller einen Manager aus den eigenen Reihen auf den Chefsessel hievt.

Der Automobilhersteller soll bis spätestens 2020 rentabel sein. Die Übernahme wird aber frühestens im Herbst vollzogen werden können. Bisher liefen die Verhandlungen zwischen Opel, General Motors und PSA einigermaßen geräuschlos. Finanzen, IT, Einkauf, Logistik - in mehr als 20 Jahren Berufserfahrung trug der zweifache Familienvater in vielen Bereichen Verantwortung.

Diplom-Kaufmann Lohscheller kennt die Autobranche aus dem Effeff. "Unter der Führung von Dr. Karl-Thomas Neumann haben wir enorme Fortschritte beim Turnaround von Opel/Vauxhall erzielt". Lohscheller selbst hatte sich in einem "Handelsblatt"-Interview vor gut einem Jahr voller Tatendrang gezeigt: "Wir schalten jetzt ganz klar auf Angriff".

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