Brandanschläge auf Signalanlagen der Bahn

Die Züge im Dresdner Hauptbahnhof stehen still

Neben der Messestadt griffen Unbekannte auch in Hamburg, Niedersachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen Technik der Deutschen Bahn an und legten so den Verkehr lahm, heißt es bei der LVZ.

Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Polizei hat die Ermittlungen übernommen, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Ermittler vermuten, dass zwischen den Anschlägen ein Zusammenhang besteht. Darin schreibt die sich selbst "Shutdown G20 - Hamburg vom Netz nehmen!" nennende Aktivisten-Gruppe unter anderem: "Heute Morgen haben wir die Kabelstränge entlang mehrerer Hauptstrecken der Bahn in Brand gesetzt".

Die Züge dieser Linie werden über Delitzsch umgeleitet. Ersatzhalte und Reisealternativen: Reisende nach Bochum Hbf fahren bitte bis Herne und dort weiter mit U-Bahn U 35. 120 Minuten. Gegenrichtung entsprechend. "Ob es sich um einen Anschlag im Vorfeld des G20-Gipfels handelt, wissen wir noch nicht", sagte ein Sprecher am Vormittag. Auf den Regional- und S-Bahn-Strecken müsse mit deutlichen Verspätungen gerechnet werden. Wegen defekter Signalanlagen seien Streckenteile nicht befahrbar.

Eine Hinweistafel informiert am 19.06.2017 in Berlin die Reisenden und Pendler im S-Bahnhof Treptower Park über einen Kabelbrand. Weitere Einzelheiten waren zunächst unklar. Wie die Bahn mitteilt, bemühe man sich in Dresden um ein Ersatzverkehr durch Busse.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck sei zwischen Rahlstedt und Ahrensburg unterbrochen.

Auch im Ruhrgebiet hat es einen mutmaßliche Brandanschlag gegeben.

Am 7. und 8. Juli treffen sich die Führungskräfte der 20 mächtigsten Industrieländer zum G20-Treffen in Hamburg.

In mehreren Bundesländern sind in der Nacht zum Montag Brandanschläge an Bahnstrecken verübt worden. In Summe wurden vier Stellen Kabelschächte angezündet und die Signalanlagen beschädigt, darunter in den Leipziger Stadtteilen Mockau und Engelsdorf. Wie die Bundespolizei erklärte, konnten in einigen Fällen Brandvorrichtungen auch noch unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten. Wie lange die Beeinträchtigungen noch andauern werden, war zunächst unklar.

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