Der Videobeweis sorgt für Diskussionen

Sanchez

Doch jetzt, wo er beim Confederations Cup in Russland zum ersten Mal testweise eingesetzt wird, sind die Diskussionen beinahe genauso groß wie vorher.

Bei der Partie Kamerun gegen Chile in Moskau nahm Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien am Sonntag in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit beim Stand von 0:0 erst nach mehr als einer Minute einen Treffer des Chilenen Eduardo Vargas wieder zurück (45.+1).

Am Sonntag wurde bei zwei Spielen insgesamt viermal die Frage "Tor oder nicht Tor" erst nach Rücksprache mit dem Video-Referee entschieden - zwei Tore wurden aberkannt, zwei gegeben. Aber wieder wurde der Unparteiische von seinem Video-Assistenten überstimmt. "Am Ende wird die Technologie wahrscheinlich mehr Gerechtigkeit ins Spiel bringen", vermutet ChilesTrainer Pizzi. Die Spieler standen solange verwirrt auf dem Rasen, mussten warten. Am Ende wurde das Tor von Vargas zum 2:0 zunächst nicht gegeben (91.). Als Skolina wiederum kurz vor Schluss in umgekehrter Weise auf Tor zum 2:0 entschied, dachten viele im Stadion, dies sei der Abpfiff des Spiels gewesen. Erst dann entschied der Referee: doch kein Tor.

Bereits am späten Nachmittag hatte es in Kasan beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko (2:2) zwei Videobeweise gegeben.

Auch nach dem 2:1 durch Cedric (86.) kam der Videobeweis zum Einsatz - das Tor zählte aber.

"Wichtig ist: Es wurden die richtigen Entscheide getroffen", sagte Kameruns Trainer Hugo Broos. "Das hat sich heute gezeigt". In den vier Fällen am Wochenende dauerte es zwischen 56 Sekunden und besagten 2:09 Minuten bis eine Entscheidung feststand. Nach Chiles vermeintlichem Führungstor hatten die Südamerikaner schon ausgiebig gejubelt, und auch Kameruns Team stand längst wieder zum Anstoß bereit.

Gerade diese Szene zeigte zudem: Manchmal sind Offside-Positionen selbst mit Hilfe bewegter Bilder nur schwer zu erkennen. Der Platz-Schiedsrichter machte anschließend aber keine Geste, die darauf hindeutete, dass auf Tor entschieden worden war. Über die Frage "War der Treffer von Vargas regulär oder nicht?" liess sich auch nach dem Videostudium noch weiterdiskutieren. Alexis Sánchez stand vor dem Treffer von Vargas auf gleicher Höhe zum letzten Verteidiger. Erst bei ganz genauer Betrachtung war zu sehen, dass ein Teil seines Kopfes und seines Knies minimal im Abseits stand. Bisher galt für Schiedsrichter eher die Konvention, im Zweifel für den Angreifer zu entscheiden. Einen anderen kritischen Punkt sprach Portugals Trainer Fernando Santos an: Wann wird der Videobeweis eingesetzt und wann nicht? "Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war". Mexikos Hector Moreno (90.+1) hatte in der Nachspielzeit für den Endstand gesorgt.

Noch befindet sich der Videobeweis nur in der Testphase. Per Funk sind die Schiedsrichter mit einem Assistenten vor einem Bildschirm verbunden. Eingegriffen werden soll nur bei entscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern.

"Das Wichtigste ist die Ehrlichkeit des Spiels", sagt der Tessiner Fifa-Schiedsrichter-Chef Massimo Busacca. "Das entlastet den Schiedsrichter und verteilt die Verantwortung", sagte der russische Vizeregierungschef und langjährige Sportminister Witali Mutko der Agentur Tass.

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