Europäischer Staatsakt für Kohl soll im EU-Parlament stattfinden

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Helmut Kohl bei einer ihrer letzten Begegnungen

"Ohne das Vertrauen, das Helmut Kohl bei vielen Politikern in aller Welt genoss, wäre die deutsche Einheit nicht so schnell und so friedlich zustande gekommen", erklärten der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, und die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, in einem Kondolenzschreiben.

Für den am Freitag verstorbenen Kohl hatte der fast tausend Jahre alte Kaiserdom zeit seines Lebens eine große Bedeutung: Hier suchte er als 13-Jähriger im Zweiten Weltkrieg Schutz vor den Fliegerangriffen, hierhin zog er sich oft zurück, hier war im Jahr 2001 auch die Totenmesse für seine erste Frau Hannelore gehalten worden. Politiker fordern einen besonderen Staatsakt, den es so zuvor noch nicht gegeben hat. "Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen", sagte Juncker der "Bild am Sonntag". Die Familie zerfiel. Ein Vertrauter, der seit fast vier Jahrzehnten an der Seite Kohls stand und trotz Bauchgrimmens bis zuletzt den Faden des Kontakts festhielt, sagte zuletzt fast verzweifelt: "Was soll ich machen?" Die Konrad-Adenauer-Stiftung trauert um Bundeskanzler a.D. Dr.

Der engste Familien- und Freundeskreis solle in der Traukapelle im Adenauerpark Abschied von Kohl nehmen können. In Straßburg soll ein Staatsakt für Helmut Kohl stattfinden, im Dom von Speyer eine Totenmesse. "Wir sind gerade bei den Vorbereitungen", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. "Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht", sagte er. "Daher ist die Idee eines Unionsaktes als Zeichen einer demokratischen Kultur eine sehr gute", meinte Oettinger. Die beiden anderen sind der europäische Gründervater Jean Monnet und der frühere Kommissionspräsident Jacques Delors. Am Sonntagnachmittag will sich auch Kanzlerin Angela Merkel in das Kondolenzbuch im Kanzleramt eintragen.

Für die Hauptstadt Berlin prescht Kulturstaatsministerin Monika Grütters vor, die auch CDU-Landeschefin ist.

Kohls Tod rief am Wochenende weiterhin große Anteilnahme hervor. Papst Franziskus würdigte Kohl als "großen Staatsmann und überzeugten Europäer".

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag mit Genehmigung der FIFA beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Der Dom in Speyer ist so etwas wie Kohls Hauskirche. Seit Sonntag liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei. Als Ort komme da zuerst Berlin infrage.

Unterdessen findet der Vorschlag nach einer nie dagewesenen Ehrung für den großen Europäer immer mehr Fürsprecher. Dies schließe aber nicht aus, auch eine Straße oder einen Platz in Berlin nach ihm zu benennen.

Seine christliche Prägung und die Erfahrungen seiner Jugend waren für Helmut Kohl politischer Auftrag: Am 3. April 1930 in Ludwigshafen geboren, bekam er bereits als Jugendlicher die Auswirkungen von Krieg, Diktatur und Nationalismus zu spüren.

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