Feuerinferno in Portugal: Todeszahl steigt auf 62

Ein Mann beobachtet in Avelar einen Waldbrand auf einem Hügel nahe der Stadt

Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus, die von Montag bis Mittwoch gelten soll.

Angesichts des verheerenden Waldbrands mit mindestens 57 Toten in Portugal hat die EU Hilfe zugesagt.

Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer "furchtbaren Tragödie". "Vorrang hat nun, die Menschen zu retten, die noch immer in Gefahr sein könnten".

Das Feuer war den Angaben zufolge am Samstagnachmittag aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen.

Das Feuer wüte an zwei Fronten noch immer mit "großer Wucht", sagte Innenstaatssekretär Jorge Gomes am Sonntag. Auch am Sonntag kämpfte die Feuerwehr noch gegen die Flammen.

Auf Bitte Portugals werden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag in der am stärksten betroffenen Region Pedrógão Grande zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen.

Laut einem Sprecher des portugiesischen Innenministeriums waren viele der Opfer auf einer Nationalstraße unterwegs.

"Die Flammen kamen von überall her hier runter", sagt eine Anwohnerin in dem kleinen Ort Casal de Francisca. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete einer der Bewohner, Ricardo Tristao.

Die Europäische Union sagte Portugal angesichts der Waldbrände Hilfe zu. "Wir Deutsche trauern angesichts dieser furchtbaren Katastrophe mit Ihnen, den Angehörigen und Freunden der Opfer und mit allen Portugiesinnen und Portugiesen", schrieb der Bundespräsident.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich "tief bestürzt". Sie hätten versucht, den Flammen zu entkommen, seien aber vom Feuer eingeschlossen worden und in ihren Autos verbrannt.

Isabel Brandoa wohnt in der Gegend und erklärte, sie habe um ihr Leben gefürchtet. Zudem bekundete er der portugiesischen Regierung und dem portugiesischen Volk seine Anteilnahme. In den vergangenen Tagen herrschte in Portugal eine Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius.

Dutzende Menschen wurden beim schlimmsten Waldbrand in Portugal seit Jahrzehnten verletzt.

Es ist die größte Waldbrand-Katastrophe, an die sich die Portugiesen erinnern können - und vermutlich eines der schlimmsten Buschfeuer Europa überhaupt. Die Behörden zählen inzwischen 62 Tote; viele Menschen wurden zudem verletzt.

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