In Straßburg | Europäischer Staatsakt für Kohl

Im Gedenken an den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl hat die CDU in ihrer Parteizentrale in Berlin ein Kondolenzbuch ausgelegt

Der Leichnam des am Freitag verstorbenen Helmut Kohl (87) liegt derzeit aufgebahrt im Wohnzimmer seines Hauses.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat Helmut Kohl als den zweiten großen Bundeskanzler nach Konrad Adenauer gewürdigt. Gestern, berichtete die "Bild am Sonntag" (BAMS, Bezahlartikel), sei eine Kühlung installiert worden. Viele würdigten Kohls Verdienste um das wiedervereinigte Deutschland und das geeinte Europa. Die Fussballnationalmannschaft will zu Ehren des Altkanzlers bei ihrem ersten Spiel im Confederations Cup in Russland Trauerflor tragen.

Die von EU-Kommissionspräsident Juncker angeregte Zermonie könnte innerhalb der nächsten beiden Wochen im Europaparlament in Straßburg stattfinden.

Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow würdigte Kohl als herrausragenden Politiker, der deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlasse. Der Weltverband FIFA gestattete am Samstag einen entsprechenden Antrag des Deutschen Fußball-Bundes. Die Junge Union erklärte, sie werde am Samstagabend eine Gedenkwache vor dem Haus des verstorbenen Altkanzlers im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim abhalten.

Bis zum Samstagmittag wächst die Zahl der Sträuße langsam, die trauernde Bürger vor dem zweistöckigen Bungalow in Ludwigshafen-Oggersheim ablegen, zudem brennen einige rote Grablichter am Eingang, der von zwei Polizisten flankiert wird. Danach werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark Abschied nehmen.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein. "Er hat sich um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht".

Meinung Helmut Kohl hat einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher – als großer Staatsmann. "Sein Vermächtnis wird weiterleben", betonte Trump, der das Ableben Kohls zuvor einer Rede mit einer Silbe erwähnt hatte.

Wenn Steine sprechen könnten, hätte Helmut Kohls Haus vermutlich viele Geschichten zu erzählen. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt.

"Der ewige Kanzler und große Europäer geht". Und als Kohl 1982 Kanzler geworden sei, da hätten die Menschen vor seinem Haus Spalier gestanden und applaudiert, erinnert sich die 78-Jährige Rentnerin am Samstag.

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