Kondolenzbücher und Trauerbeflaggung für Helmut Kohl

Monika Grütters

Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. Kohl gilt als Architekt der deutschen Einheit sowie des Zusammenwachsens Europas.

Helmut Kohl wird am 17. Januar 1991 von der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Bundestag in Bonn vereidigt. Mehr als 100.000 Menschen waren damals zum Domplatz gekommen. Kohl sollte zunächst in seinem Haus in Oggersheim aufgebahrt bleiben.

Für Altkanzler Helmut Kohl wird es nach Informationen der "Bild"-Zeitung ausschließlich einen europäischen Staatsakt in Straßburg geben".

Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank und saß im Rollstuhl. 2015 hatte sich sein Zustand deutlich verschlechtert.

Kohl regierte als Bundeskanzler - 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm. "Helmut Kohl zeigte immer großes und tiefgehendes Interesse an Russland, an dessen Geschichte und an den russisch-deutschen Beziehungen".

Mit Blick auf die Rolle Kohls im Wendeherbst 1989 und bei der darauffolgenden Vereinigung heißt es, Kohl habe "die deutsche Einheit zu seinem Anliegen gemacht, wenn auch die wirtschaftlichen Weichenstellungen zu großen sozialen Verwerfungen in Ostdeutschland führten". Auch deshalb tragen die Pläne für Kohls Trauerfeier Züge des Abschieds, den die Bundesrepublik ihrem Gründervater angedeihen ließ. "Mit seinen besonderen Verdiensten um Europa und um die Einheit der Deutschen hat Helmut Kohl es verdient, dass in Berlin und anderen Städten auch Straßen und Plätze nach ihm benannt werden", sagte der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping der "Welt am Sonntag". Italiens früherer Ministerpräsident Matteo Renzi nannte den Altkanzler einen Giganten. "Mit Helmut Kohl verlieren wir einen großen Deutschen und großen Europäer", schrieb sie. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem SWR mitteilte, muss über den Staatsakt der Bundespräsident formal entscheiden. Anfang der 90er Jahre war Kohl Ziehvater von Angela Merkel in Bundesregierung und Partei. Nicht alle CDU-Granden waren mit der Art und Weise einverstanden, mit der sich Merkel im Zuge der Spendenaffäre über die alten Eliten in der Partei hinwegsetzte.

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