Konjunktur: Absolute Mehrheit für Macron-Lager offiziell bestätigt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Bei der Wahl schnitt Macron allerdings deutlich schwächer ab als erwartet. Viele Anhänger einer sozialdemokratischen Linie haben sich längst Macron angeschlossen, der die politische Mitte besetzt.

Paris - Frankreich hat bei der zweiten Runde der Parlamentswahl auf einen neuen Negativrekord bei der Wahlbeteiligung zugesteuert. Die Wahllokale öffneten am Sonntagmorgen. Umfragen sagen einen klaren Sieg der Partei "La République en Marche" von Präsident Macron voraus.

Die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten folgten laut Innenministerium auf Platz zwei mit mindestens 131 Sitzen. Damit hätte der sozialliberale Staatschef grossen Rückhalt für seine Reformagenda, mit der er der französischen Wirtschaft neuen Schwung verschaffen will.

In großen Städten, wie Paris, Marseille und Lyon sind die Wahllokale bis 20 Uhr geöffnet. Mit ersten Hochrechnungen ist ab 20 Uhr zu rechnen.

Rund 50'000 Polizisten sollen die Abstimmung schützen. Bei den unter den Parteibezeichnungen PS oder LR Gewählten könnte eine Reihe von externen Macron-Sympathisanten ins Siegerlager der Regierungsmehrheit überlaufen.

Sein Wahlkampfbuch nannte er schlicht "Révolution".

Einen klassischen Parteiapparat hat er bis heute nicht.

Auch die von Präsident Emmanuel Macron ernannte Minister und weitere Politiker haben in ihren Wahlkreisen gewonnen.

Die Resultate bringen für diese nicht nur einen Machtverlust mit sich, sondern stellen auch einen bedeutenden ökonomischen Rückschlag dar. Mit hauchdünner Mehrheit erklärte sich auch der frühere Premierminister Manuel Valls zum Sieger in seinem Wahlkreis, der Vorsprung habe 139 Stimmen betragen. "Ich habe Europa im Herzen", lautet sein Motto. Den will Mélenchon aber unbedingt - auch um, wie er sagt, Macrons Regierung mit dem Druck sozialer Proteste auf der Straße zu konfrontieren. Er positioniert sich "weder rechts noch links". Einige vehemente Gegner Macrons gelobten, ihr Bestes zu tun, um gegen die Pläne des neuen Präsidenten vorzugehen.

Macron ist seit 2007 mit der wesentlich älteren Französisch-Lehrerin Brigitte Macron (64) verheiratet, die er seit seiner Schulzeit in Amiens kennt. Nur vier Sitze wurden bereits in der ersten Runde vor einer Woche vergeben, im Rest der Wahlkreise waren Stichwahlen nötig. In mehreren Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung schon am Samstag gewählt. Das sind noch weniger als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als im gleichen Zeitraum 40,8 Prozent zur Wahl gegangen waren. Sie könnten laut einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen.

Ausserdem strebt er weitreichende Reformen in der vom angekündigten Austritt Grossbritanniens verunsicherten Europäischen Union an und hofft dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland.

Für alle anderen Parteien sehen im Gegenzug ihre Niederlagen sofort etwas weniger dramatisch aus. Er plant, die Arbeit der Geheimdienste im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu bündeln. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande stürzten ab, zusammen mit anderen Kandidaten der moderaten Linken erreichten sie 45 Sitze. Sie kann als mangelnde Legitimation von REM gelesen werden, als Desinteresse der Menschen, zugleich aber auch als Zeichen dafür, dass Republikaner, Sozialisten, radikale Linke und Front National ihre Wähler nicht mobilisieren konnten.

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