Mehr Menschen denn je weltweit auf der Flucht

2016 neuer Höchststand bei Flucht und Vertreibung

Die Zahl von Flüchtenden und Vertriebenen hat im vergangenen Jahr mit 65,6 Millionen den höchsten jemals registrierten Stand erreicht. In jedem der letzten fünf Jahre stieg die globale Gesamtzahl jeweils in Millionenhöhe. Der Konflikt im Südsudan hat laut den UNHCR-Experten die am schnellsten eskalierende Flüchtlingskrise verursacht. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb verstärkt die Nothilfe für südsudanesische Flüchtlinge und Vertriebene: In diesem Jahr floss bereits eine Million Euro in die UNHCR-Operationen in dieser Region. Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen (5,5 Millionen). Dies waren 2016 40,3 Millionen Menschen.

Die zweite Gruppe betrifft die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und -vertreibung betroffen sind.

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht: Laut UNHCR haben 65,6 Millionen Menschen ihre Heimat verloren. Flüchtlingskommissar Grandi appellierte, dass für Menschen, die internationalen Schutz bedürfen, die Grenzen offen bleiben. Ende 2016 betrug ihre Zahl weltweit 2,8 Millionen. "Gemeinsam muss sichergestellt werden, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden, während zugleich Lösungen angestrebt werden", sagte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. "Wir müssen zugunsten dieser Menschen besser werden". Alle drei Sekunden musste ein Mensch fliehen, das sind 20 Menschen pro Minute. 84 Prozent hätten in Ländern mit niedrigem beziehungsweise mittlerem Einkommen Schutz gesucht.

Der Bericht zeigt, dass sich generell die meisten Flüchtlinge außerhalb Europas befinden. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus.

In Relation zur Gesamtbevölkerung ist Syrien weiterhin weltweit am stärksten von Flucht und Vertreibung betroffen: Zwölf Millionen Menschen (fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung) sind entweder Binnenvertriebene oder im Ausland als Flüchtlinge und Asylsuchende. 1,9 Millionen Südsudanesen mussten bislang vor der Gewalt flüchten.

Kinder machen die Hälfte der weltweiten Flüchtlingsbevölkerung aus. Sie müssen vor allem aufgrund ihrer Vulnerabilität besonders leiden. Zudem zählt das Hilfswerk 2,8 Millionen Menschen, die sich um Asyl beworben haben.

Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden.

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