Mehrere Brandanschläge auf Signalanlagen der Deutschen Bahn

Die Züge im Dresdner Hauptbahnhof stehen still

Nach Angaben der Ermittler waren neben Leipzig auch Hamburg, Berlin und Dortmund betroffen. Aufgrund der parallel auch in anderen Bundesländern stattgefundenen Attacken gehen die Ermittler von einer koordinierten Aktion aus, halten dabei einen Bezug zum anstehenden G20-Gipfel in Hamburg für möglich, so OAZ-Sprecherin Doetsch.

Zwar käme es bei hohen Temperaturen bisweilen ohne Fremdeinwirkung zu Kabelbränden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Berlin. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt. Darauf deute unter anderem die Vielzahl ähnlicher Vorfälle innerhalb kürzester Zeit.

Betroffen war der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr in ganz Deutschland. Grund für die Verzögerungen sind Brandanschläge auf Signalanlagen rund um Leipzig. Zwei weitere Brände konnten verhindert werden, weil die Polizei die Brandvorrichtungen entdeckt hatte, bevor sie zünden konnten. Mit einem Hubschrauber werde aus der Luft auch nach weiteren Brandorten gesucht. Besonders betroffen seien die Strecken Leipzig-Dresden, Leipzig-Coswig, Leipzig-Chemnitz, Leipzig-Halle und Leipzig-Erfurt mehr Zeit einplanen. Wegen der defekten Signalanlagen seien Streckenteile nicht befahrbar. Die Bahn bemüht sich nach eigenen Angaben um Ersatzverkehr durch Busse. In der Nacht zum Montag hätten im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabel neben den Gleisen gebrannt, sagte ein Polizeisprecher.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck sei zwischen Rahlstedt und Ahrensburg unterbrochen.

Die Hintergründe sind noch unklar; die "Welt" spekuliert, dass es sich um einen Vorgeschmack auf die Proteste gegen den G20-Gipfel handeln könnte, da dieser Anfang Juli in Hamburg stattfinden wird.

Auch zwischen Bochum und Dortmund müssen Bahnpendler mit Zugverspätungen rechnen. Der Grund sei ein Brand in einem Kabelschacht entlang der Bahnstrecke in Dortmund, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montagmorgen. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten hatten Unbekannte in der Nacht die Kabel vermutlich mit Brandbeschleuniger angezündet. Betroffen sind die Linien S41, S42, S8, S85 und S9, wie die S-Bahn auf ihrer Internetseite mitteilte. Zwischen Dortmund und Bochum komme es bei den Linien zu Verspätungen zwischen zehn und fünfzehn Minuten in beiden Richtungen.

Eine Hinweistafel informiert am 19.06.2017 in Berlin die Reisenden und Pendler im S-Bahnhof Treptower Park über einen Kabelbrand.

Teils gab es erhebliche Probleme für Reisende.

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