Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

2016 neuer Höchststand bei Flucht und Vertreibung

Berlin (ots) - Das weltweite Ausmaß von Flucht und Vertreibung, verursacht durch Krieg, Gewalt und Verfolgung, hat im Jahre 2016 den höchsten jemals registrierten Stand erreicht, heißt es in einem Bericht, der heute von dem UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) veröffentlicht worden ist.

Wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk in Genf mitteilte, haben nun insgesamt 65,6 Millionen Menschen durch Krieg, Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verloren und sind entweder innerhalb ihres Landes oder über die Grenzen hinaus geflohen. Das seien rund 200.000 mehr gewesen als noch ein Jahr zuvor.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung war Syrien weiterhin am stärksten von Flucht und Vertreibung betroffen: 2016 kamen nach Angaben des UNHCR fast 825.000 neue syrische Flüchtlinge hinzu. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Syrien. Jede Minute wurden 20 Menschen neu in die Flucht getrieben.

Fast zwei Drittel der Gesamtzahl von Menschen auf der Flucht sind Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons, IDPs), also Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind. 65,6 Millionen Menschen bedeuten konkret, dass im Schnitt alle drei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen wird. Dies waren 40,3 Millionen im Vergleich zu 40,8 Millionen im Jahr zuvor. 84 Prozent fanden nach Angaben des UNHCR in Entwicklungsländern Zuflucht. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und -vertreibung betroffen sind. Aus der historisch großen Gesamtzahl an Flüchtenden spreche deshalb "lauter als jemals zuvor die Notwendigkeit zur Solidarität und zu gemeinsamen Zielen bei der Prävention und Lösung von Krisen", betonte UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi laut einer Aussendung. So zählte beispielsweise Pakistan 1,4 Millionen, der Libanon eine Million, Uganda 941.000 oder Äthiopien 792.000 Flüchtlinge. Tragischerweise wurden im letzten Jahr 75.000 Asylanträge von Kindern gestellt, die allein oder von ihren Eltern getrennt fliehen mussten.

UNHCR schätzt zudem, dass Ende 2016 zumindest zehn Millionen Menschen keine Nationalität besaßen oder dem Risiko der Staatenlosigkeit ausgesetzt waren.

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