Schleppender Auftakt zur zweiten Wahlrunde in Frankreich

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Bei der entscheidenden Runde der Wahl zur französischen Nationalversammlung zeichnete sich in den ersten Stunden eine geringe Wahlbeteiligung ab. Bis zum Mittag gaben bei sommerlichen Temperaturen im ganzen Land nur rund 17,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium mitteilte.

Die Beteiligung war damit noch deutlich schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum späten Nachmittag rund 40,8 Prozent abgestimmt hatten. Schon dies war so niedrig wie noch nie bei einer französischen Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Umfragen hatten das Lager des neuen Staatspräsidenten Emmanuel Macron klar in Führung gesehen, eine absolute Mehrheit in der ersten Parlamentskammer galt als sicher. Erste offizielle Hochrechnungen werden um 20 Uhr veröffentlicht. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine weitere herbe Niederlage einstecken. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht, das es für kleine Parteien schwer macht, Mandate zu gewinnen.

Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. Nur vier Sitze wurden bereits in der ersten Runde vor einer Woche vergeben, im Rest der Wahlkreise waren Stichwahlen nötig.

Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Élyséepalast gewählt worden. Schon im ersten Wahlgang war nur jeder Zweite zur Wahl gegangen. Sie könnten nach einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Die Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte laut Meinungsforschern weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden. Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande, die in den vergangen fünf Jahren den Ton in der Nationalversammlung angegeben hatten, stürzten ab. Bisher sitzt sie nur im Europaparlament.

Die radikale Linke mit Jean-Luc Mélenchon sowie den Kommunisten bekam 23 bis 29 Abgeordnete. Le Pen war Macron in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl Anfang Mai deutlich unterlegen.

Frankreich wählt heute eine neue Nationalversammlung.

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