Triumph für Macron bei Parlamentswahl erwartet

Der französische Präsident Emmanuel Macron kann mit einem positiven Ergebnis rechnen

Bei der entscheidenden Runde der Wahl zur französischen Nationalversammlung hat sich eine sehr geringe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Diese lag bis 17.00 Uhr bei nur 35,3 Prozent, wie das Innenministerium mitteilte.

Die Beteiligung war damit noch deutlich schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum späten Nachmittag rund 40,8 Prozent abgestimmt hatten. Damals lag die Beteiligung am Ende bei 48,7 Prozent, so niedrig wie noch nie bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Umfragen hatten das Lager des neuen Staatspräsidenten Emmanuel Macron klar in Führung gesehen, eine absolute Mehrheit in der ersten Parlamentskammer galt als sicher. Unmittelbar danach werden erste offizielle Hochrechnungen erwartet. Außerdem ein Gesetz für mehr Moral in der Politik, als Reaktion auf Skandale wie die Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon.

Sechs Wochen nach Macrons Wahl zum Präsidenten müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Anders als im ersten Wahlgang begleitete seine Frau Brigitte ihn diesmal nicht mit ins Wahllokal. Sie könnten nach einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. Es gilt ein reines Mehrheitswahlrecht - das macht es für kleine Parteien schwer, Mandate zu gewinnen. Schon im ersten Wahlgang war nur jeder Zweite zur Wahl gegangen.

Bereits im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag war Macrons Bündnis mit 32,3 Prozent klar vorne gelandet. In mehreren französischen Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag gewählt. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen.

Die radikale Linke mit Jean-Luc Mélenchon sowie den Kommunisten bekam 23 bis 29 Abgeordnete. Die bisher dominierenden Sozialisten könnten auf 20 Sitze zurückfallen und damit nur noch knapp vor der Linken liegen. Le Pen war Macron in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl Anfang Mai deutlich unterlegen. Dessen Parteichefin Marine Le Pen stimmte in Hénin-Beaumont im Norden Frankreichs ab, wo sie sich um einen Sitz in der Nationalversammlung bewarb.

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