Trumps Anwalt widerspricht Ex-FBI-Chef Comey

Ex-FBI-Chef James Comey legt den Eid vor einem US-Ausschuss

Das heisst nicht, dass Trump derzeit Gefahr läuft, sein Amt einzubüssen; seine "Parteifreunde" im Parlament machen keine Anstalten, ihn fallen zu lassen.

Robert Mueller nimmt am 28. Oktober 2013 in Washington an der Vereidigung des damaligen FBI-Direktors Comey teil - jetzt ermittelt er wegen dessen Entlassung.

Ist Donald Trump nach der Russland-Affäre rücktrittsreif? "Das ist viel wichtiger", so Trump. Der FBI-Chef sei ein "Informant". "Das werdet ihr bald erfahren". Doch der ehemalige FBI-Chef konterte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Entlassung vor ziemlich genau einem Monat mit den Worten "Ach Gottchen, ich hoffe, dass es Aufzeichnungen gibt". Thema eigentlich: die gemeinsamen Beziehungen, die Krise in Katar und den Kampf gegen die Terrormiliz ISIS. Der freilich kann in besonderen Fällen gekündigt werden, was Trump später dann tat.

Wenn der Präsident und seine Mitarbeiter nach dem heutigen Tag wissen wollen, wie die Untersuchungen eines Sonderermittlers verlaufen, sollten sie sich die Arbeit von Ken Starr ansehen. Deswegen "werden wir dieses Problem lösen - auch wenn es anstrengend wird".

Im Sommer 2016 waren öffentlich Tausende E-Mails aufgetaucht, die unter anderem brisante Details über das Innenleben der US-Demokraten offenbarten.

Dabei bezieht sich Trump auf die Aussage des FBI-Chefs, ein Memo von einem Treffen mit dem Präsidenten über einen Freund an die New York Times weitergeleitet zu haben. Die Darstellungen des entlassenen FBI-Direktors James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats deutete er so: "Trotz der vielen falschen Statements und Lügen, volle Rehabilitation.und WOW, Comey ist ein Leaker".

Medienberichten zufolge hatte der 2013 von Barack Obama zum FBI-Chef ernannte Jurist darauf bestanden, seine Gedächtnisprotokolle, in denen er Zeugnis von seinen Treffen mit Trump gab, bereits im Vorfeld des Hearings in Umlauf zu bringen, um den Senatoren die Gelegenheit zu geben, detaillierte Fragen zu stellen.

Auf die Frage, ob es von den Unterredungen mit Comey im Weißen Haus Aufzeichnungen gebe, sagte Trump ausweichend, dazu wolle er sich "in naher Zukunft" äußern. Trumps Privat-Anwalt ging in die Offensive und verwies sämtliche Vorwürfe Comeys (Behinderung der Justiz, Einfordern von "Loyalität") ins Reich der Fabeln. Aus dem Umfeld von Trumps Privatanwalt Marc Kasowitz verlautete, dass dieser deswegen Beschwerde beim Justizministerium einreichen wolle. Manchmal sind die Lügen Trumps aber ungleich gefährlicher: Etwa seine haltlosen Aussagen, dass Millionen von Nicht-US-Bürgern illegal bei der Präsidentschaftswahl abgestimmt hätten.

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, der Republikaner Richard Burr, sagte mit Blick auf Comeys schriftliche Aussagen, er könne daraus kein "Fehlverhalten" Trumps ableiten. Er verzichtete allerdings darauf, Comey der Lüge zu bezichtigen. "Nach meiner Einschätzung bin ich wegen der Russland-Ermittlungen gefeuert worden", sagte Comey. Das Weiße Haus reagierte umgehend. Das Präsidialamt erklärte dazu, Trump sei kein Lügner. Zudem hieß es: Trump sei der Meinung, "jeder Verräter muss mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden".

Bei Fox dominierten Fans von Trump die Zuschauer, oftmals wurden dort Kurzzeilen zugunsten des Präsidenten oberhalb des Live-Streams präsentiert: "Comey: Nicht an mir zu sagen, ob Trump (die Justiz) behinderte", "Comey: Niemand hat mich gebeten, die Russland-Ermittlung zu stoppen".

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