Wahl in Frankreich Finale Wahl über Zusammensetzung der Nationalversammlung

In Frankreich haben die Wahllokale zur zweiten Runde der Parlamentswahl geöffnet

Doch der Andrang an den Wahlurnen ist ziemlich mau. Das Lager des sozialliberalen Staatschefs erzielte am Sonntag im zweiten Wahlgang der Parlamentswahl eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung; sie könnte aber schwächer ausfallen als erwartet. Eine absolute Mehrheit in der ersten Parlamentskammer gilt als sicher. Damit hätte Macron ausreichend Rückhalt für sein Reformprogramm - noch in diesem Monat will die Regierung eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts auf den Weg bringen. Damals lag die Beteiligung am Ende bei 48,7 Prozent, so niedrig wie noch nie bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Unmittelbar danach sind erste offizielle Hochrechnungen zu erwarten.

Meinungsforscher hatten zuvor bis zu 470 Mandate für möglich gehalten. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine weitere Schlappe einstecken.

Macron wählte am Sonntagmorgen im nordfranzösischen Badeort Le Touquet. Anders als im ersten Wahlgang begleitete seine Frau Brigitte ihn diesmal nicht mit ins Wahllokal. Zahlreiche Abgeordnete werden sich erst in die Parlamentsarbeit einarbeiten müssen. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht, das es für kleine Parteien schwer macht, Mandate zu gewinnen. Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg abgezeichnet.

Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Elyseepalast gewählt worden.

Laut den Meinungsforschungsinstituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe kommen die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten auf 125 bis 133 Sitze.

Macrons Bündnis war im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag mit 32,3 Prozent an erster Stelle gelandet.

Die bürgerliche Rechte liegt je nach Institut bei nur noch 60 bis 90 Sitzen, die schwer gebeutelten Sozialisten mit ihren Verbündeten bei 20 bis 35. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Er hat aus den Fehlern seines sozialistischen Vorgängers François Hollande gelernt - der hatte zwar anfangs sogar eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern, zögerte aber lange mit überfälligen Reformen. Unklar ist noch, ob die radikale Linke um Jean-Luc Mélenchon eine Fraktion bilden kann.

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