Air-Berlin-Chef trotzt den Verlusten

Etihad Airways

Air Berlin will 2018 aus der Verlustzone fliegen. Zieht man sie vom Vermögen ab, bleibt nichts übrig.

Der Gabelstaplerfahrer Michael Hablasch aus Mosbach in Baden-Württemberg trägt einen roten Air-Berlin-Button am Revers seines Jacketts; er ist Aktionär der ersten Stunde, großer Luftfahrt-Fan und natürlich treuer Kunde von Air Berlin.

"Rein rechtlich ist es so, dass rein die Tatsache, dass es einen Insolvenzantrag gibt, nicht den Bürgschaftsantrag ausschliesst", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums bei einer Pressekonferenz in Berlin auf eine entsprechende Frage. Die Hauptversammlung von Air Berlin fand in London statt, da die Fluglinie juristisch als britisches Unternehmen (PLC) firmiert.

Möglich ist auch eine Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa, sofern Etihad die Schulden von rund 1,2 Mrd. "Es geht aber auch um die einzige Gesellschaft, die nennenswert Langstrecken-Flüge aus Düsseldorf und Berlin-Tegel anbietet", sagt Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Lufthansa behielte attraktive Landerechte von Air Berlin und könnte sich so gegen Billigflieger-Konkurrenten wie Ryanair oder Easyjet wappnen. EUR übernimmt. Lufthansa hat Interesse an einem solchen Geschäft bekundet. Dafür sind bereits vor Monaten 300 Millionen Euro von Etihad an die notleidende Air Berlin geflossen. Er hatte Air Berlin 1991 erfolgreich gegründet. Er folgt auf Julio Rodriguez, der Niki auf eigenen Wunsch auf Ende Juni verlässt, um sich neuen Herausforderungen zu widmen, wie die Airline schreibt. Ob Etihad danach bereit ist, zum wiederholten Male frisches Geld nachzuschießen, ist offen. "Wir können uns für die Probleme im April und Mai nur entschuldigen", sagte der Manager auf der Hauptversammlung. Aber irgendwann ist damit eben Schluss. "Air Berlin hat acht Wochen lang nicht das geleistet, was Air Berlin 30 Jahre lang gemacht hat, es in der Gegenwart tut und auch in Zukunft tun wird". Ein wichtiges Motiv für die Wahl dieser Konstruktion war ehedem, dass sich auf diese Weise die deutsche Unternehmensmitbestimmung ausschalten lässt, also die Vertretung von Belegschaftsvertretern im Aufsichtsrat.

Doch das ist bislang nicht absehbar.

Die Bundesregierung erwartet keine kurzfristige Entscheidung über eine Bürgschaft für die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin. Der Chef der Monopolkommission ist deshalb gegen Staatshilfen für Air Berlin: "Wenn ein Unternehmen schlecht gewirtschaftet hat oder sein Geschäftsmodell nicht stimmt, dann sollte der Staat es nicht künstlich am Leben erhalten", warnt Achim Wambach in der "Welt". Er mache aber kein Geheimnis daraus, dass das Management von Air Berlin an einer Erholung für die Airline arbeitet. Durch eine Bürgschaft könnten sich über das Kreditrating die Zinsverpflichtungen von Air Berlin deutlich reduzieren. Und selbst wenn es noch klappen sollte, wird es Jahre dauern.

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