Arte zeigt umstrittene Doku über Antisemitismus

Das Erste Kultursender Bresche ARD Der Film Mahmud Abbas Ritualmordlegende Julius Streicher Brunnenvergifter Rabbiner Palästinenser Michael Wolffsohn Götz Aly Sandra Maischberger Jahreskalender Zentralrat der Juden in Deutschland Sarcell

Berlin/Wien - Der deutsch-französische Kultursender Arte wird die umstrittene Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" entgegen seiner ursprünglichen Absicht nun doch zeigen.

Mit Blick auf die öffentliche Diskussion und um einen identischen Kenntnisstand des ARTE-Publikums in Frankreich und Deutschland zu ermöglichen, hat sich ARTE dazu entschlossen, die im Ersten ausgestrahlte Dokumentation und anschließende Diskussionssendung am 21. Juni 2017 zu übernehmen und ab 23 Uhr zeitversetzt auszustrahlen. Dabei sollen auch die vom WDR beanstandeten Mängel berücksichtigt werden. Derzeit kursieren im Internet nur fehlerhaft übersetzte französische Fassungen.

Zur Prüfung des Films hatte der WDR dann Ende vergangener Woche ein halbes Dutzend Rechercheure beauftragt. Nachdem eine Redakteurin den Film abgenommen und die Autoren Joachim Schroeder und Sophie Hafner ihr Honorar erhalten hatten, weigerte sich Arte jedoch, den Film zu senden: Die Dokumentation entspreche nicht dem geplanten Projekt, weil nicht wie verabredet der wachsende Antisemitismus in Europa im Fokus stehe, sondern zumeist im Nahen Osten gedreht wurde. Denn gerade diese vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler, so sollen Tatsachenbehauptungen nicht belegt und Betroffene mit den im Film erhobenen Vorwürfen nicht konfrontiert worden sein, haben die Dokumentation zum medialen Politikum gemacht. "Das aber gehört zu den Standards der journalistischen Arbeit". Arte sei "über diese fundamentalen Änderungen bis unmittelbar vor Lieferung des Films bewusst im Unklaren gelassen" worden, hieß es aus Straßburg.

Die Filmemacher zeigen in ihrem Film außerdem beispielsweise Szenen von einer Demo in Berlin oder Bilder von der jüdischen Gemeinschaft in der Pariser Vorstadt Sarcelles.

"Das Thema der Dokumentation war und ist uns wichtig", schrieb WDR-Intendant Tom Buhrow. "Nur so kann sich das Fernsehpublikum ein eigenes Bild machen".

Related:

Comments

Latest news

Modeschöpferin Carla Fendi mit fast 80 Jahren gestorben
Traurige Neuigkeiten aus der Modewelt: Modeschöpferin Carla Fendi ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Ab den 1960ern begann das Modehaus mit dem deutschen Stardesigner Karl Lagerfeld zusammenzuarbeiten.

Verspätungen Bundespolizei behält NRW-Bahnstrecken nach Brandanschlägen im Auge
Zwischen Köln-Mülheim und Opladen werden Fernverkehrszüge der DB weiterhin über eine Güterzugstrecke umgeleitet. In Bremen sagte eine Sprecherin der Behörde, ein Zusammenhang zu den anderen Vorfällen werde geprüft.

Not-OP! Drama um Brustimplantate
Die einen sahen Lohfink als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, andere vermuteten eine inszenierte Tränenshow. Vor zwei Jahren hatte sich das Model die Oberweite machen lassen.

Ronaldo und die Steuern: Stürmerstar vor Weggang aus Madrid? Fluchtgedanken
Der spanischen Sportzeitung " Marca " versicherte er: " Ronaldo ist Spieler von Real Madrid und das wird er bleiben". Am Rande seiner Wiederwahl zum Präsidenten von Real Madrid äußerte der 70-Jährige, "entspannt" zu sein.

Spider-Man - Trotz PlayStation 4 Pro keine 60 FPS möglich
Ausserdem sollen Spieler auch die First-Person-Rolle von Spidey übernehmen können, dies allerdings in ausgewählten Situationen. Anscheinend wird es sehr wichtig sein den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um einen neuen Spinnfaden zu spinnen.

Other news