Confed Cup: Löw mit Vorfreude und Ungewissheit nach Sotschi

Brasilien ließ den Australiern beim 4:0 keine Chance

Lange Zeit galt der Confed Cup für Weltmeister Deutschland als lästige Pflichtaufgabe. "Das steht für mich an erster Stelle", erklärte der Bundestrainer.

Nehmen wir an, Joachim Löw sei abergläubisch. "Es ist die Weltbühne des Fußballs in diesem Sommer". Beim Landeanflug schimmerte in das Wasser türkis-blau unter der Sondermaschine.

In 10 000 Metern Reisehöhe hatte zuvor auch Löw auf seinem Gangplatz in der ersten Reihe einen ruhigen Flug verbracht.

Die Trainingsgestaltung bezog sich bislang nicht auf die Confed-Cup-Gegner (zum Auftakt am Montag Australien, danach Chile und Kamerun): "Wir richten es auf uns aus", meinte Sorg: "Wir wollen, dass unsere Spieler aktiv sind, frech sind, dass sie sich etwas zutrauen". Ergebnisse haben ausnahmsweise nicht Priorität. Und freuen uns alle auf den Confed Cup. Die Strandpromenade im Ferienort am Schwarzen Meer lockte ebenso wie der Freizeitpark neben dem Olympiastadion. Das Aufgebot umfasst lediglich 21 Profis (18 Feldspieler und drei Torhüter) statt der erlaubten 23 Spieler. Besonders gefragt bei den Kids waren Selfies mit Bundestrainer Löw und Weltmeister Miroslav Klose.

Er geht davon aus, dass der diesjährige der letzte Confed Cup ist. Der Gladbacher Lars Stindl berichtete von einer großen Vorfreude im DFB-Team auf das Auftaktspiel gegen Australien.

Ein Sieg in dem Schlüsselspiel soll die Lust im unerfahrenen Team weiter anheizen. "Wir wollen ihnen so viel wie möglich mitgeben, damit sie den Traum verwirklichen können", ergänzte Löws Assistent Marcus Sorg. Auch ohne alle namhaften Weltmeister von Manuel Neuer über Mesut Özil bis hin zu Thomas Müller ist die Halbfinal-Teilnahme das Minimalziel. "Wir haben drei Gruppenspiele". "Den Confed Cup möglichst erfolgreich gestalten mit Blick auf die Entwicklung der Spieler - das ist die Mission", sagte Löw. Wenn wir fünf Spiele haben werden, dann werden wir weder personell noch taktisch gleich auflaufen. Auf jeden Fall werde es Rotation geben: "Sonst wäre der Effekt, den wir aus diesem Turnier haben wollen, nicht gegeben". Finanziell rechnet der Verband damit, dass das Turnier "plus/minus null" ausgehen werde.

Beim Confed Cup bietet sich die große Chance, sich nachhaltig für einen Platz im WM-Kader des Titelverteidigers zu empfehlen. 2013 schickte er seinen Chefscout Urs Siegenthaler nach Brasilien, und der Schweizer sendete nach Beendigung des Turniers eine wegweisende SMS an den Bundestrainer: "Wir sind aufgefordert, mit der Zeit zu gehen und die Idee zur Seite zu legen", schrieb Siegenthaler. "Gegen uns präsentieren sich Mannschaften aber sowieso immer anders". Wir müssen uns in den vier Jahren irgendwie verändern. "Einen Spieler jetzt aus dem Urlaub zu holen, macht keinen Sinn".

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