Der Fall Lisa: Bewährungsstrafe für Bekannten

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Im Internet schlug der Fall hohe Wellen. Eine schwere Straftat gab es aber dennoch, stellt nun ein Berliner Gericht fest.

Der Prozess um den Missbrauch des russlanddeutschen Mädchens Lisa aus Berlin-Marzahn, das eine Vergewaltigung erfunden und damit Aufsehen über Deutschland hinaus ausgelöst hatte, findet hinter verschlossenen Türen statt. Sie reißt von zuhause aus und verbringt die Nacht bei ihrem Freund.

Für den Prozess gegen den 24-Jährigen ist ein Verhandlungstag im Amtsgericht Berlin-Tiergarten angesetzt. Ismet S. soll im Herbst 2015 Oralsex mit dem Kind gehabt und diesen gefilmt haben.

Die Polizei war auf den Fall aufmerksam geworden, als sie die Hintergründe des Verschwindens von Lisa Anfang 2016 ermittelt hatte.

Nachdem ihre Eltern sie als vermisst gemeldet hatten, tauchte das Mädchen einen Tag später wieder auf.

Als sie nach gut 30 Stunden wieder auftauchte, behauptete die 13-jährige Russlanddeutsche, sie sei von drei südländisch aussehenden Männern entführt und vergewaltigt worden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow schaltete sich ein und warf deutschen Behörden Vertuschung vor. Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten daraufhin in Berlin, vor allem in den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht um die angebliche Vergewaltigung rasend schnell und löste große Empörung aus. In dem Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde der Angeklagte Ismet S. des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gesprochen, wie eine Sprecherin des Amtsgericht Tiergarten sagte.

Tatsächlich soll das Mädchen bei einem 19-jährigen Bekannten wegen Schulproblemen Unterschlupf gesucht haben. Der nun Angeklagte geriet im Zuge der intensiven Ermittlungen in den Fokus. Unabhängig vom ursprünglichen Fall war es laut Anklage zu Sex mit der damals 13-Jährigen gekommen, allerdings einvernehmlich. Der Vorsitzende Richter Günter Räcke folgte damit einem Antrag der Nebenklagevertretung, wonach die schutzwürdigen Persönlichkeitsrechte der heute 15-Jährigen das öffentliche Interesse an dem Fall überwiegen.

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